Geparde: Die Geister der Savanne

Artikel vom 01.12.1999  —  Autor: Richard Conniff  —  Bilder: Chris Johns

Ein Gepard, der über eine Ebene schreitet, gehört zu den schönsten Lebewesen der Erde: langbeinig und schlank, anmutig wie ein Mannequin auf dem Laufsteg. Setzt die Raubkatze mit 100 Stundenkilometern zum Spurt an, wird sie zu einem Schemen aus goldenem Fell und schwarzen Flecken, aus Geschwindigkeit und tödlicher Raffinesse. Obwohl Geparde die schnellsten Landtiere sind, kann die Spezies aus eigener Kraft nicht überleben: Fünfundneunzig Prozent aller Geparde sterben, bevor sie herangewachsen sind. Hyänen töten sie aus Hunger, Löwen eher aus schlechter Gewohnheit. Ihr Lebensraum schrumpft, für Großgrundbesitzer sind sie Schädlinge.

"Ihr größtes Problem sind die Menschen", sagt die amerikanische Naturschützerin Laurie Marker: "Ob die Geparde in freier Wildbahn erhalten bleiben oder noch zu unseren Lebzeiten verschwinden, liegt nur an uns."

Jährlich werden Hunderte dieser Großkatzen abgeknallt, um das Vieh zu schützen. Heute leben in 30 Ländern noch etwa 12000 Geparde. In Namibia existiert die weltweit größte wilde Population der Tiere; sie gedeiht vor allem deshalb, weil hier den Löwen schon der Garaus gemacht wurde.

Nach Ansicht vieler Viehzüchter bestehen die besten Aussichten auf eine Rettung der Spezies, wenn man reichen Ausländern gestattet, eine geringe Zahl von ihnen zu erlegen und als Trophäen nach Hause zu bringen. Mit den Abschußprämien könnten die Farmer für ihr gerissenes Vieh entschädigt werden. Die gleiche Meinung vertreten auch manche Umweltschützer...


(NG, Heft 12 / 1999)
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