Nie mehr werden die Dinosaurier in unserer Vorstellung aussehen wie früher. Der Grund: Vier neu entdeckte Fossilien zeigen verblüffend vogelähnliche Knochen und Anzeichen für Federn. Noch reicht das nicht als Beweis, dass diese Geschöpfe fliegen konnten. Aber es ist ein stichhaltiges Indiz dafür, dass Gefieder bei den fleischfressenden Dinosauriern — der Gruppe, zu der auch der Tyrannosaurus rex gehört — weit verbreitet waren.
Drei dieser Fossilien wurden vor kurzem in der chinesischen Provinz Lioaning gefunden. Es ist das gleiche Gebiet, in dem schon 1996/97 Fossilien von flugunfähigen, gefiederten Dinosauriern ans Licht kamen. Alle vier sind Theropoden oder Fleischfresser: Einer gehört zu den Dromäosauriern, einer Familie kleiner bis mittelgroßer Raubtiere, in die auch die "Veloceraptors" aus "Jurassic Park" einzuordnen sind.
Ein zweiter, gefunden in der Mongolei, ist ein Oviraptosaurier mit vogelähnlichem Schwanz; der dritte ist ein zwei Meter langer Therizinosaurier, und der vierte, ein Archaeoraptor liaoningensis, hat die Vordergliedmaßen eines Vogels sowie den Schwanz eines Dinosauriers.
Schon vor 20 Jahren äußerte der angesehene Paläontologe John Ostrom vom Peabody Museum of Natural History in New Heaven, USA, den Verdacht, die Vögel könnten von den Theropoden abstammen.
Viele Kollegen bezeichneten ihn damals als Ketzer. Aber durch die detaillierten Abdrücke von Federn an den Fossilien von Liaoning wird die Liste der bekannten gefiederten Theropoden länger. Dass Vögel Theropoden sind, scheint damit heute ebenso sicher wie die Tatsache, dass der Mensch zu den Säugetieren gehört. Auf Grund dieser Erkenntnis wird sich in den kommenden Jahren vieles ändern — vom Kinderspielzeug bis zur Museumsausstellung.
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