Unzählige Billionen Korrallenpolypen, Tiere, oft nicht größer als der Fingernagel eines Säuglings, bauen seit unzähligen Millionen Generationen an Strukturen, die in ihrer Größe die Bauwerke aller anderen Lebewesen einschließlich des Menschen übertreffen.
Ihre Häuser aus Kalciumkarbonat sind hart wie Beton. Ihre Städte, die Riffe, wachsen auf den Skeletten der gestorbenen Korallenpolypen in den warmen, flachen Meeren beiderseits des Äquators heran, aber die Korallen sind ungleichmäßig verteilt. In der Karibik findet man etwa 67 Arten, aber im Pazifischen und Indischen Ozean rund um Malaysia, Indonesien, die Philippinen, Papua-Neuguinea und Australien sind es rund 450.
Für die Korallenriffe gilt eine einfache Tatsache. Sie sind Oasen des Lebens in dem warmen, nährstoffarmen Wasser, reich an verschiedenen Arten, aber nicht an der reinen Zahl der Tiere.
Sie sind immer noch ein Paradies. Aber ihre Zeit läuft ab, denn die Fischer gehen heutzutage nicht auf die Jagd, um den Fang zu essen oder an Ort und Stelle damit zu handeln, sondern um sie über größere Entfernungen zu verkaufen. Man fischt nicht nur mit Sprengstoff, sondern man streut auch rund um die Korallenriffe Zyanid aus, um die Fische zu betäuben und für die Aquarienbranche einzusammeln.
Kostbare Arten wie die Tapiros aus der Gruppe der Lippfische und Zackenbarsche sind für die hungrigen Großstädte Südostasiens bestimmt, für Manila, Singapur, Hongkong, Jakarta oder Kuala Lumpur. Selbst in den entlegensten Riffen gehen die Bestände an großen Arten und wichtigen Raubfischen rapide zurück. Mit ihnen verschwinden wahrscheinlich die lebenswichtigen Arten aus dem Ökosystem der Riffe.
Wir wissen, daß die Riffe wahre Juwelen sind, große Schätze, die man aber erst seit etwa 50 Jahren wissenschaftlich genau untersuchen kann, weil es zuvor kein geeignetes Tauchgerät gab. Und heute zerstören wir sie, ohne dass wir die Folgen abschätzen könnten.
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