Im Weltall ist etwas entstanden, was wir Leben nennen - eine üppige, unbändige, gesellige Materieform, qualitativ anders als Stein, Gas und Staub und doch aus den gleichen Bausteinen zusammengesetzt, aus ganz gewöhnlichen Elementen, wie sie überall zu finden sind.
Das Leben versteckt sich nicht, im Gegenteil, es hoppelt vorbei, fletscht knurrend die Zähne oder rollt sich gemütlich auf der Fensterbank zusammen. Mindestens in einem Fall hat es die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis hervorgebracht. Nun hat die zuletzt genannte Lebensform eine große Frage: Gibt es noch anderes Leben im Weltall?
Kaum ein anderes wissenschaftliches Rätsel stellt sich als so spannend und zugleich als so schwer lösbar dar. Was außerirdisches Leben angeht, klafft in unserem Wissen von der Natur eine riesige Lücke. Obwohl die Wissenschaft mit Instrumenten wie dem Hubble-Weltraum-Teleskop immer entlegenere Gegenden des Universums erforscht, kennen wir bis heute trotzdem nur eine einzige bewohnte Welt.
Während sich Exobiologen bemühen, Spuren von fremdem Leben im All zu finden, ist seine Existenz für viele andere Menschen längst dramatische Gewißheit. Für sie ist das außerirdische Leben intelligent und technisch entwickelt – und es lebt mitten unter uns.
Auch der Soziologe Allen Tough von der University of Toronto stellte im August 1999 bei einer Konferenz der führenden Biotechnologen eine provokante These auf: "Ich glaube, es sind schon Sonden hier, und wahrscheinlich schon sehr lange." Er meinte keine fliegenden Untertassen, sondern außerirdische "Nanosonden", winzige unbemannte Raumschiffe, die von höher entwickelten Zivilisationen auf die Erde geschickt wurden. Vielleicht würden sie sich dem Menschen eines Tages zu erkennen geben. Wie? Wann? "Ich denke, im World Wide Web", sagte Tough.
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