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"Sansibar, Daressalam, Komoren, Mombasa, Mogadischu, Bombay, Mangalore..." Die Namen der Orte, die den Rand des Indischen Ozeans säumen, fließen von der Zunge des alten Matrosen wie eine Melodie. "In allen bin ich gewesen und noch in vielen mehr. Von Afrika aus segelten wir mit Elfenbein, Mangroven, Kokosnüssen, Schildkröten und Kaurimuscheln los. Aus Arabien brachten wir Datteln, Walöl, Teppiche und Weihrauch, aus Indien Töpfe, Glaswaren und Stoffe. Der Handel, das war unser Leben." Shafi Ahmed und ich sitzen auf der Veranda des alten Forts in Lamu, der Hauptstadt einer Insel, die gerade mal 13 Kilometer lang und fünf Kilometer breit ist und vor der Nordküste Kenias liegt.
Die alte Stadt war in ihrer Blütezeit ein Glied einer ganzen Kette von Häfen, die sich an der ostafrikanischen Küste von Mogadischu bis zum heutigen Mosambik reihten. Mit ihrem wachsenden Reichtum aus dem Handel auf dem Indischen Ozean wurden diese Häfen zu mächtigen Stadtstaaten. Mehr als zwei Jahrtausende lang fuhren Seeleute wie Ahmed mit den Monsunwinden übers Meer.
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Araber, die nach Afrika aufbrachen, fanden dort gute Ankerplätze vor, ein Meer voller Fische, fruchtbares Land und Gelegenheit zum Handeln. Viele dieser arabischen Händler blieben und heirateten einheimische Frauen. Die Spuren zeigen sich noch heute in manchen Gesichtern. Die Vermischung von Blut und Ideen, das Wechselspiel von afrikanischen und arabischen Sprachen und Sitten schuf die einzigartige urbane und merkantile Kultur an dieser Küste, die sich in Lamu verkörpert. Sogar der Name dieser Kultur, Suaheli oder Swahili, ist eine Adaption des arabischen Worts für Küste: sawahil. Lamu ist geographisch isoliert. Dadurch sind viele seiner Bräuche und Traditionen bis in die heutige Zeit intakt geblieben.
Die wenigen übrigen Handelsstädte, die heute noch existieren, zeigen nur geringe Ähnlichkeit mit ihrem früheren Erscheinungsbild. Ich besuche Mombasa, kann aber nur noch wenig von seinem ursprünglichen Suaheli-Charakter entdecken. Es ist der wichtigste Seehafen Kenias; der historische Teil ist von den Wucherungen einer Großstadt verschlungen worden.
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Malindi, ebenfalls an der kenianischen Küste gelegen, wurde in den siebziger Jahren zu einem beliebten Touristenziel. Dort herrscht heute das große Geld. Viele Einwohner beklagen den Verlust der Suaheli-Kultur. Aber viele sehen ihn auch als unvermeidlichen Preis der neuen Zeit an. Nur auf der Insel Sansibar finde ich eine moderne Stadt, die noch immer ihre Suaheli-Wurzeln schützt.
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