Holland auf dem Eis

Artikel vom 01.02.2001  —  Autor: Lisa Moore Laroe

Die Niederländer lieben das Schlittschuhlaufen, und wenn es endlich einmal so richtig friert, hält es keinen mehr im Haus. Aber warum haben unsere Nachbarn eine so innige Beziehung zu diesem Vergnügen? "Weil es so viel Wasser gibt", lautet die übliche Antwort. Immerhin liegt ein Viertel der Niederlande unter dem Meeresspiegel, und ungefähr die Hälfte der Fläche ist der Nordsee durch Landgewinnung abgerungen worden.

Das brettflache Land ist bedeckt von Seen, durchzogen von Flüssen und vor allem von Kanälen. In kalten Wintern verwandeln sie sich in Promenaden für Sportler und selbst für historische Pferdeschlitten.

"Das Eislaufen ist eine nationale Leidenschaft", sagt der Fotograf Co Rentmeester, ein gebürtiger Amsterdamer. Eine Passion, der die Niederländer aber selten genug frönen können. Denn die Zeit der kalten Winter, die Wasserwege zu wichtigen Verkehrsadern werden ließen, ist vorbei.

Nur alle paar Jahre friert es lange genug, um dem Eis die erforderliche Stärke zu geben, zuletzt Anfang 1997. Damals konnte endlich auch wieder einmal die traditionelle Elfstädtetour ausgetragen werden, ein 200 Kilometer langer Eislaufmarathon durch die Provinz Friesland. Mehr als 16 000 Eisläufer waren dabei, 70 Kameras übertrugen das Ereignis live.

Die frühere niederländische Eisschnelllaufmeisterin Ria Visser sieht solche Winter mehr von ihrer romantischen Seite: "Die Natur, die Kälte, die elegante Bewegung auf Schlittschuhen - das ist wie Fliegen. Du fühlst dich frei."


(NG, Heft 2 / 2001)
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