Es war 1945, die erste Augustwoche. Im Pazifik tobte der Zweite Weltkrieg. Mein Vater und ich machten Urlaub in Atlantic City, der Spielerstadt am Meer in New Jersey. Wir aßen Krebse und faulenzten am Strand. In der Spielhalle fütterte ich ein Spielzeugmaschinengewehr mit Münzen und schoss auf japanische Kampfflugzeuge, die pfeilschnell über den Bildschirm flogen.
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Auf der Strandpromenade marschierten Soldaten vorbei und sangen "... Tokyo, The Stars and Stripes will fly over Tokyo..." Am Morgen des 6. August zeigte mir mein Vater die Zeitung. In roten Lettern verkündeten die Schlagzeilen, dass über Hiroshima eine riesige Bombe abgeworfen worden war. Drei Tage später fiel eine Atombombe auf Nagasaki. Am 14. August kapitulierten die Japaner.
Mitte der sechziger Jahre, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, hatten die USA ungefähr 32 000 atomare Gefechtsköpfe - und saßen auf einem Berg radioaktiver Abfälle, die bei der Herstellung des für diese Waffen benötigten Plutoniums angefallen waren. Um ein Kilo dieses Stoffs zu gewinnen, benötigt man ungefähr 900 Tonnen Uranerz. Das Uran wird im Atomreaktor zunächst mit Neutronen beschossen und das Plutonium anschließend in hochgiftigen Säure- und Lösungsmittelbädern abgetrennt.
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Inzwischen hat in 114 amerikanischen Atomanlagen ein lange aufgeschobenes Sanierungsprogramm begonnen. Die betroffenen Flächen umfassen insgesamt 8500 Quadratkilometer, also etwa die Hälfte der Fläche Schleswig-Holsteins.
Zahlreiche kleinere Anlagen sind bereits saniert, aber die größten Herausforderungen stehen noch an. Wohin mit den 47 000 Tonnen hochradioaktiver abgebrannter Brennelemente aus der friedlichen Kernenergienutzung und der atomaren Waffenproduktion? Mit den 344 Millionen Litern hochradioaktiver Abfälle aus der Plutoniumproduktion? Mit zahllosen Tonnen von Plutonium? Mit mehr als einer halben Million Tonnen angereicherten Urans? Mit Millionen Kubikmetern verstrahlter Werkzeuge, Metallreste, Schutzbekleidungen, Öle, Lösungsmittel und anderer Abfälle? Und mit etwa 245 Millionen Tonnen Abraum, die bei der Förderung des Uranerzes angefallen sind?
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Als riesige Halden, von denen nicht einmal die Hälfte überhaupt stabilisiert sind, verschandeln sie die Landschaft. Ein Güterzug mit diesen Abraummengen und den 344 Millionen Litern flüssigen Atommülls würde mehr als einmal um die Erde reichen.
Erfahren Sie auf unserer Website im Beitrag Ewiges Erbe , wie Deutschland mit hochradioaktiven Abfällen umgeht.
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