Die Spitze der ersten und größten Pyramide wirft ihren Schatten auf einen Vorort von Kairo: Die Cheops-Pyramide erhebt sich mehr als 137 (ursprünglich 146,5) Meter über die Hochebene von Giseh . Wie auch die benachbarten Pyramiden sollte sie jene Strahlen symbolisieren, die vom Sonnengott Re herniederscheinen. Die Erbauer arbeiteten um das Jahr 2550 v. Chr. erstaunlich präzise: Die Basis mit einer Seitenlänge von 230 Metern ist eben und exakt nach Norden ausgerichtet. Vermutlich errichteten die Baumeister die Außenhülle auf einer eingeebneten Plattform aus Muttergestein und griffen für die Ecken und oberen Reihen auf guten Kalkstein zurück, um die aus Dashur bekannten Probleme absackender Fundamente zu vermeiden.
Die gesamte Pyramide war mit weißem Tura-Kalkstein verkleidet, von dem Jahrhunderte später viel abgetragen und für die islamische Zitadelle im mittelalterlichen Kairo verwendet wurde. Ein System aus Galerien und Korridoren führte zu einer Grabkammer aus rotem Granit, in der die Königsmumie in einem Sarkophag aus dem gleichen Material ruhte. Ein Durchgang verband die große Pyramide mit dem Tal-Tempel, der an einen aus dem Felsen gehauenen Nilhafen grenzte. Zu Cheops' Grabkomplex gehörten zerlegte Boote, die den Körper des Königs zum Tal-Tempel transportierten und ihm auch im Jenseits dienen sollten. Nahe der Pyramide wurden Friedhöfe für Verwandte und hohe Beamte angelegt.
Das für die Ewigkeit gedachte Sicherheitssystem im Innern der Großen Pyramide sollte die Schätze des hier begrabenen Pharaos Cheops schützen. Trotz verborgener Eingänge, zugemauerter Durchgänge und Sperren aus Granit wurde es von Plünderern geknackt. Generationen von Wissenschaftlern aus aller Welt haben das Innere des einzig erhaltenen der sieben Weltwunder der Antike untersucht. Funde von rätselhaften Räumen und Kammern, Stollen, Schächten und Fluren nährten aber Spekulationen, dass die Cheops-Pyramide noch immer Geheimnisse birgt.
Neue Fragen tauchten auf, als am 22. März 1993 dem deutschen Ingenieur Rudolf Gantenbrink im südlichen Schacht der irrtümlich so genannten "Grabkammer der Königin" eine sensationelle Entdeckung gelang: Die Scheinwerfer des von ihm konstruierten und gebauten Mini-Roboters Upuaut 2 (Bild unten) beleuchteten um 11:05 Uhr nach zweiwöchiger Fahrt durch den 65 Meter langen Tunnel einen steinernen Sperrstein mit zwei Kupferbeschlägen (Foto ganz unten).
Was verbirgt sich hinter dem "Gantenbrink-Tor"? Wozu dienten die Metallbeschläge in dem Steinblock? Warum ist der Schacht verschlossen und was ist sein Sinn? Findet sich im bisher unerforschten Nordschacht auch eine Tür?
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