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Gelassen nimmt das Leopardenmännchen meine Anwesenheit zur Kenntnis. Hier, in einem privaten Naturschutzgebiet in Südafrika, bin ich Gast in seinem Revier. Ich habe ihn "Tjololo" genannt. Dieses Mischwort aus Swasi- und Shangaan-Sprache bedeutet so viel wie "der Einzelgänger": Obwohl er mir kaum einen Blick schenkt, weiß ich genau, dass er jede meiner Bewegungen genau im Auge behält.
Der amerikanische Naturforscher Maitland Edey schrieb einmal über den Leoparden: "Er ist ein Tier der Dunkelheit, und selbst im Dunkeln wandert er allein." 19 Monate Geduld kostete es mich, bis "Tjololo" im südafrikanischen Wildreservat Mala Mala mich in seiner Nähe duldete. Einem Panthera pardus auf der Spur zu bleiben ist eigentlich unmöglich; "Tjololo" aber war einmal bei der Jagd auf ein Warzenschwein verletzt worden. Ein Tierarzt hatte ihn behandelt und dabei einen Sender eingepflanzt.
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Als ehemaliger Wildhüter durfte ich nun dessen Frequenz exklusiv nutzen, so dass ich "Tjololo" verfolgen konnte und mit der Zeit sein Vertrauen gewann. Schließlich kam ich ihm so nahe, dass ich es hörte, wenn er sich mit seiner rauen Zunge die Pranke putzte oder wie ein Ast brach, den er mit dem Sekret seiner Wangendrüse markierte. Später ließ er sogar zu, dass ich mich auf seinem Wechsel hinkniete, und paradierte stolz ins Scheinwerferlicht hinein.
Wie alle Großkatzen, so sind auch die Leoparden nicht nur durch ihre natürlichen Konkurrenten bedroht. Wilderer und Hobbyjäger fordern ebenso ihren Tribut wie die Bauern, die Raubtiere töten, um ihr Vieh zu schützen. Noch gefährlicher ist die Zerstörung der Lebensräume.
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Panthera pardus ist wohl die Großkatze mit dem größten Verbreitungsgebiet - sie lebt in weiten Gebieten Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Viele Leoparden bilden heute aber nur noch kleine Populationen an den Rändern von Menschen besiedelter Gebiete. Zuverlässige Zahlen über ihre Bestände fehlen.
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