Unser aller Erbe

Artikel vom 01.10.2002  —  Autor: Tom O´Neill
Karte des Welterbes

Bild: NG Maps Vergrößern

Die meisten Länder sind daran interessiert, Denkmäler, Ruinen von historischem Wert oder besondere Landschaften als Welterbe deklarieren zu lassen. Die Nennung in der Welterbeliste ist wie ein Gütesiegel, das Prestige bringt und Einnahmen im Tourismus sichert. Sie ist aber auch eine Verpflichtung, alles zu tun, um die Schätze der Menschheit zu retten.

Die Welterbeliste wurde im November 1972 von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) eingeführt. Durch sie soll Kultur- und Naturgut von "außergewöhnlichem universellem Wert" erhalten werden. Droht einer Stätte Gefahr, zum Beispiel durch Kriege oder Naturkatastrophen, sollen die Vertragsstaaten Hilfe leisten. Von den 192 Nationen der Erde haben bisher 174 das Abkommen unterzeichnet.

Komodowaran

Bild: Michael Nichols Vergrößern

Zu den großen Erfolgen des Welterbeprogramms gehört, dass in Ägypten der Bau einer Schnellstraße nahe der Pyramiden von Giseh gestoppt wurde. In Mexiko verhinderte es die Einrichtung eines Salzbergwerks an einer Lagune, die Grauwalen als Kinderstube dient. In Afrika wurde der Bau eines Staudamms oberhalb der Viktoriafälle abgewendet. Die Vertragsstaaten zahlen Beiträge in einen Fonds, aus dem beispielsweise Tempel restauriert werden, Land für Parks gekauft wird oder Wildhüter ihre Gehälter beziehen.

Die Welterbeinitiative basiert eher auf Überzeugung als auf rechtlichen Konsequenzen. In den 30 Jahren ihres Bestehens hat sie überall dort an Einfluss gewonnen, wo es gilt, einzigartige Stätten unseres Planeten zu schützen.


(NG, Heft 10 / 2002)
Extras
  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus