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Das 8. Jahrhundert war für die Maya im Tiefland von Guatemala eine Zeit von Angst und Schrecken. Unterworfene Städte lehnten sich gegen die Übermacht der Herrscher von Petexbatún auf, die ihre Macht durch Feldzüge immer weiter ausgedehnt hatten. Kriege verwüsteten die Region. Um 700 n. Chr. hatten die Könige von Petexbatún begonnen, die Siedlungen Aguateca und Dos Pilas zu ihrer Doppelkapitale auszubauen. Als sich die Kämpfe verschärften, zog sich die Dynastie nach Aguateca zurück. Dieser Ort lag strategisch günstig an einem Steilhang. Dann mussten sie auch diesen Zufluchtsort aufgeben. Zurück ließen die Herrscher einzigartige Zeugnisse vom Leben am Hof.
Aguateca ist der Traum jedes Archäologen. In dieser Maya-Stadt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Bild: Christoph A. Klein (Darstellung), Kenneth Garret (rechts unten) Vergrößern
Kürzlich entdeckten Wissenschaftler hier eine befestigte Enklave des Adels, die um 800 n. Chr. aufgegeben worden war: das politische Herz von Aguateca. In einem der Häuser fanden sie zahlreiche Steinbecken zum Mahlen von Mais - ein Indiz dafür, dass die Oberschicht hier zu Festessen und Ritualen zusammengekommen war. In einem anderen Gebäude, wohl einem Wohnhaus, grub Daniela Triadan eine angesengte Keramikfigurine aus, die vermutlich einen Vorfahren der Maya darstellt.
Die Forscher staunten: In den Adelshäusern entdeckten sie zahlreiche Artefakte. Nur der Palast war so gut wie leer - bis auf einen versiegelten Raum, in dem die Überreste der ersten jemals gefundenen zwei Zeremonialmasken aus Keramik lagen.
Bild: Kenneth Garret (links oben) Vergrößern
Eine von ihnen konnte teilweise restauriert werden. Der letzte Herrscher Tan Te' K'inich, die Königin und ihre Dienerschaft hatten solche heiligen Objekte vermutlich versteckt, weil sie auf eine Rückkehr hofften. Die Feinde wollten Aguateca nicht nur erobern, sondern dem Erdboden gleichmachen.
Die letzten Tage in Aguateca müssen verzweifelt gewesen sein. Die Herrscherfamilie war entkommen - nur die Adligen blieben auf ihren Posten und versuchten möglicherweise, sich von dem drohenden Unheil abzulenken, indem sie Musik spielten. Die Feinde hielten sich nur kurz in Aguateca auf. Und bald nach ihrem Abzug nahm der Regenwald für lange Zeit Besitz von dieser alten Stadt der Maya.
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