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Seit es Menschen gibt, sind sie fasziniert vom Anblick des sternenübersäten Firmaments. Zu allen Zeiten haben sie im Bewusstsein der eigenen Schwäche und Vergänglichkeit mit ehrfürchtigem Schauer die Größe und Erhabenheit des Himmels bewundert. Die alten Ägypter verehrten die Gestirne, besonders unsere Sonne, und bereits für die Zeit um 2700 v. Chr. lassen sich Sonnentempel nachweisen. Die Pharaonen nannten sich "Söhne der Sonne", und ihr Volk glaubte, der verstorbene König steige zum Himmel und zur Sonne empor.
Die Sumerer und Babylonier stellten sich Erde und Himmel als zwei runde Scheiben vor, die vom Wasser getragen werden. Ähnliche Vorstellungen gab es auch bei anderen alten Völkern. Die Chinesen dachten sich die Erde als viereckige Scheibe, die von unermesslichen Abgründen begrenzt wird. Für die alten Griechen wurde die Erdscheibe anfänglich noch vom Okeanos umflossen. Ihn stellten sie sich in Person des Titanen Okeanos vor, Sohn der Götter Uranos und Gaia, verheiratet mit seiner Schwester, der Meeresgöttin Tethys. Erde und Ozean würden überspannt von einem auf Säulen ruhenden Himmelsgewölbe.
Doch bereits die vor Sokrates lebenden Philosophen Anaximander und Pythagoras (beide 6. Jahrhundert v. Chr.) lehrten, dass die Erde eine Kugel sei. Eratosthenes (284 bis 202 v. Chr.) konnte sogar schon ihre Größe bestimmen. Die Babylonier kannten die Umlaufzeiten der Planeten und waren in der Lage, Sonnen- und Mondfinsternisse zu berechnen. Von ihnen lernte der griechische Philosoph Thales (625 bis 547 v. Chr.). Er beeindruckte seine Zeitgenossen zutiefst, als er die Sonnenfinsternis des Jahres 585 v. Chr. richtig vorhersagte.
Sogar noch älter ist das Felsenobservatorium von Stonehenge (Foto) im Süden Englands. Die Anlage entstand über einen Zeitraum von 1000 Jahren in drei Bauabschnitten um 2800, 2100 und 1800 v. Chr. Ob ihre Erbauer keltische Druiden waren, ist umstritten, nicht aber, dass sie der Beobachtung von Sonnen- und Mondbahn diente. Einer der Zwecke war es wohl auch bei den Kelten, Finsternisse zu berechnen, die in den Ablauf kultischer Feste einbezogen wurden. Aber es gab - ob bei Kelten oder Maya, Babyloniern oder Ägyptern - auch ganz praktische Gründe, den Himmel zu beobachten und sich Gedanken über den Lauf der Gestirne zu machen. Alle frühgeschichtlichen Kulturen waren von der engen Beziehung der Sternenwelt zu Vorgängen auf der Erde überzeugt. Ihre Astronomen erkannten die Übereinstimmung wiederkehrender Himmelsphänomene mit den Perioden des Pflanzenwachstums.
Dieser Zusammenhang wurde am Ende der Jungsteinzeit, als die Menschen sesshaft wurden und die Siedlungen immer größer, enorm wichtig. Das Weltsystem, das fast 2000 Jahre - bis in die Zeit von Galileo Galilei und Johannes Kepler - als im Wesentlichen richtig angesehen wurde, erdachte schließlich der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.). Was die Bahnen der Planeten betrifft, ist das System noch von dem Griechen Klaudios Ptolemaios (Ptolemäus, etwa 100 bis 160 n. Chr.) verfeinert worden, so dass man auch vom ptolemäischen Weltbild spricht.
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