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Mit Stoßzähnen auf der Schulter kehren die Jäger nach Hause zurück. In diesem Fall mussten sie sich nicht anstrengen: Sie fanden im Busch einen toten Elefanten. Aber auch sonst nehmen die Barabaig das Elfenbein nur als Beweis dafür, das Tier erlegt zu haben. Die Männer wollen durch die rituelle Jagd auf diese Tiere oder auf Löwen zu Helden ihres Volks werden. Wer nur mit Speeren bewaffnet ein gefährliches Tier zur Strecke bringt, wird mit Ehre und Geschenken überhäuft; dazu gehören Vieh, sexuelle Privilegien und lebenslanges hohes Ansehen.
Die etwa 50 000 Barabaig gehörten zum einst mächtigen Volk der Tatoga, das von europäischen Kolonisatoren, durch eingeschleppte Krankheiten und Stammesfehden dezimiert wurde. Als Tansania 1961 die Unabhängigkeit erlangte, eignete sich die Regierung einen Großteil des angestammten Weidelands der Barabaig an, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Viele der halbnomadischen Viehhirten mussten auf der Suche nach Weideland fortziehen. Heute leben die Barabaig am Rand der tansanischen Gesellschaft und kämpfen um die Erhaltung ihrer kulturellen Tradition. Da der Staat jeden verfolgt, der ohne Genehmigung Elefanten tötet, sind die Jagdrituale der Barabaig streng geheim.
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Der Fotograf Gilles Nicolet verbrachte sechs Monate bei ihnen, bevor er an einer Jagd teilnehmen durfte. Zu den Vorbereitungen für die Pirsch gehört eine Reihe von Übungen, die Kraft und Kampfbereitschaft steigern sollen. Jeder Mann bekommt zwei bis vier Speere, je nach Grad seiner Erfahrung. Anfänger müssen erst ihren Mut beweisen, ehe sie mehr als zwei Waffen erhalten. Alle Sinne angespannt, pirschen sich die Jäger an einen Elefanten (Foto rechts oben). Die Männer halten kurz inne, um auf Befehle des kamatalogot ("Mutter der Jagd") zu warten. Er legt die Angriffstaktik fest und gibt das Zeichen zum Vorstoß.
Der Held hat sich der Liebe einer Frau würdig erwiesen und wird von einer Freundin mit einem Gürtel aus geflochtenen Fasern des Affenbrotbaums belohnt - ein sehr intimes Ritual. Es dauert Wochen, diesen Gürtel herzustellen, und der Mann trägt ihn wie eine Medaille. Das Erlegen eines Elefanten oder Löwen zeigt seine Bereitschaft, seinen Stamm zu verteidigen. Es garantiert aber auch materiellen Gewinn.
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Monatelang reist der ghadyirochand herum und verlangt Viehgeschenke. Überall wird er mit Butter gesalbt. Auf diesen Runden kann ein Held der Barabaig Dutzende Kühe, Ziegen und Schafe einsammeln. Das ist wichtig, denn die Stellung eines Mannes wird durch die Größe seiner Herde bestimmt. "Wenn du reich bist", sagt einer, "dann lieben dich alle Mädchen, und man achtet dich."
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