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Unsere Pferde klettern einen steilen, staubigen Pfad hinauf. Ich frage mich, wer wohl erschöpfter ist: die Menschen oder die Tiere. Die Pferde stolpern auf den rutschigen Steinen, die Maultiere blicken gequält, und uns geht es auch nicht anders. Als das Pferd des Fotografen einen zitternden Seufzer von sich gibt und mit ihm auf dem Rücken zu Boden sinkt, wird mir klar, dass es die Vierbeiner doch noch schwerer haben.
Drei Tage lang sind wir schon unterwegs, mal im Sattel sitzend, mal die Pferde am Zügel führend, um in dieses entlegene Tal in den Bergen von Vilcabamba zu gelangen. Es ist ein langer, schwer manövrierbarer Zug von 42 Pack- und neun Reittieren. Sie bocken, weichen ab vom Weg, werfen uns gelegentlich ab. Aber wir brauchen sie. Sie tragen unsere Ausrüstung und Vorräte für einen ganzen Monat. Zu neunt sind wir in Cusco, der alten Inka-Hauptstadt, aufgebrochen: Forscher, Journalisten und ein Kartograf.
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In der kleinen Stadt Huancacalle ist ein Dutzend Viehhirten mit ihren Tieren dazugestoßen. Sie sollen helfen, unser Ziel zu erreichen: den Cerro Victoria, einen 3885 Meter hohen Gipfel im Süden der Cordillera Vilcabamba. Dort entdeckte unser Team 2001 die bis dahin unbekannte Inka-Siedlung Qoriwayrachina, verstreut über ein Gebiet von 42 Quadratkilometern. Ihr Name bedeutet in der Ketschua-Sprache "wo der Wind genutzt wird, um Gold zu gewinnen", was sich auf Minen in der Umgebung bezieht. Wir fanden Reste von mehr als 200 Bauwerken: Rundbauten, Speichern, Straßen, Grabtürmen, Friedhöfen und Plattformen für Zeremonien.
Diesen Ruinen fehlt zwar die Erhabenheit der Stadt Machu Picchu, 35 Kilometer Luftlinie weiter im Nordosten, aber sie werfen neue Fragen über die Inka auf. Deren Herrscher hatten sich 1537, nach dem Fall von Cusco, in die Region von Vilcabamba zurückgezogen, um von hier aus gegen die spanischen Eroberer weiterzukämpfen.
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War Qoriwayrachina ein Zufluchtsort für Manco Inca und seine Söhne, die letzten Inka-Könige? Ein Versorgungszentrum, von dem aus Nahrungsmittel und Edelmetalle nach Choquequirau gebracht wurden, dem Rückzugsort der Inka im nächsten Tal weiter südlich? War es von einer noch früheren Kultur an diesem steilen, unwirtlichen Ort errichtet worden - und wenn ja, warum?
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