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Die griechischen Götter hatten auf dem Olymp ihr Zuhause. Wer den Olymp erreicht hat, so sagt man, zählt zu den Besten seiner Kunst. Und auch der Olympic National Park ist ein herausragender Platz: Er gilt als einer der schönsten Flecken der USA. Auf einer Halbinsel, die sich am Westrand der 48 zusammenhängenden Bundesstaaten wie eine Faust in den Pazifik reckt, liegen 350 000 Hektar Natur pur: eisige Gipfel und grüne Bergwiesen, rauschende Flüsse und glitzernde Gletscherseen, nebelumhüllte Meeresklippen und brandungsumtoste Gezeitenbecken.
Ein Ort, an dem Lachse zum Laichen eine Zuflucht finden und Fichten, Tannen und Lebensbäume hoch in den Himmel wachsen. Der warme Strom Kuroshio führt zu einer starken Verdunstung des Meerwassers. Über dem Ozean bilden sich Regenwolken, die dann über das Küstengebirge ziehen, das sich unmittelbar aus dem Wasser erhebt. An den Hängen der Olympic Mountains müssen die Wolken in die Höhe steigen, dabei kühlen sie ab und lassen ihre nasse Fracht als Regen oder Schnee zu Boden fallen.
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Und in was für Mengen: durchschnittlich 3400 Millimeter im Landesinnern, mehr als 5000 Millimeter - der größte Teil davon als Schnee - in der Nähe des 2428 Meter hohen Gipfels des Mount Olympus. An der Westseite der Halbinsel wird die höchste Niederschlagsmenge aller 48 zusammenhängenden Staaten der USA gemessen. Ohne diese Kombination von feuchten Luftmassen und steilen Bergen gäbe es hier wohl keinen der 60 Gletscher. Es gäbe keine Flüsse, die ganzjährig Wasser führen, und sicher auch nicht den tiefen, fruchtbaren Auenboden, auf dem die Nadelbäume so rekordverdächtig gedeihen. Wer zum ersten mal hierher kommt, ist gebannt von der Vielfalt dieses Nationalparks. "Man bezahlt nur einmal Eintritt und kann dafür drei völlig unterschiedliche Landschaften bewundern", schwärmt eine junge Frau an einem regengrauen Tag im Quinault Valley. "Zerklüftete Berge, unberührte Strände und dazwischen dieser unglaubliche Regenwald, das kann man alles auf einem einzigen Ausflug erkunden."
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Wer etwas längere Wege auf sich nimmt, hat Strände, Gebirge und Wälder mehr oder weniger für sich allein. Der Olympic National Park ist zu 95 Prozent ein geschütztes Wildnisgebiet - eine große Fläche, wenn man bedenkt, dass die Metropole Seattle nur 60 Kilometer entfernt liegt. Wanderwege von insgesamt 1000 Kilometer Länge ziehen sich durch das Gebiet.