Bild: Carol Beckwith und Angela Fisher Vergrößern
Die tanzenden Himba-Frauen scheinen unberührt von äußeren Einflüssen zu sein. Sie halten an ihrer gewohnten Kleidung fest, weil ihnen die neue Welt der Jobs und der Politik in Namibia noch verschlossen ist.
Als in den achtziger Jahren Dürre und Krieg Namibia plagten, sah es so aus, als würde die Kultur der Himba untergehen. 90 Prozent ihres Viehs - das A und O ihrer Wirtschaft und ihres Selbstbewusstseins - verendeten. Einige Familien zogen nach Angola. Männer, die keine andere Überlebensmöglichkeit mehr in Namibia sahen, verdingten sich bei der südafrikanischen Armee und kämpften gegen eine Guerilla, die Namibias Unabhängigkeit wollte.
Um nicht zu verhungern, zogen viele Himba in die Stadt Opuwo, wo die Armee von Namibia Nahrungsmittel verteilte. Hier hausten die Menschen, die die Weite der Steppe lieben, in Slums aus Pappkartons. Aber sie ließen sich nicht unterkriegen. 20 000 bis 30 000 Seelen zählt dieses Hirtenvolk, das lange zu den reichsten in Afrika gehörte. Im 19. Jahrhundert überstanden die Himba Raubzüge plündernder Volksgruppen aus dem Süden. Die meisten flohen nach Angola, schlossen sich dem portugiesischen Militär an und bildeten selber plündernde Milizen.
Zurück in Namibia, wiesen ihnen nach 1920 südafrikanische Kolonialherren ein begrenztes Reservat zu; sie durften keinen Handel treiben und auch ihr Vieh nicht frei weiden lassen. Aber die Himba hielten durch - obwohl sie zeitweise die Lederdecken essen mussten, auf denen sie schliefen. In den neunziger Jahren kamen der Friede und der Regen zurück nach Namibia. Die Himba stockten ihre Herden wieder auf.
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Eine schattige Kuppel aus Zweigen, verputzt mit Kuhdung, schützt die Kinder in einem vorübergehenden Lager in Namibia. Um ihr Vieh in wasserarmen Regionen zu ernähren, ziehen Himba bis zu zehn Mal im Jahr um.
Mit Hilfe internationaler Umweltschützer verhinderten sie den Bau eines Staudamms am Fluss Kunene, der Teile von Namibia überflutet hätte. Inzwischen gibt es mobile Schulen, in denen die Kinder Englisch lernen. In Hegegemeinschaften bestimmen die Himba über das Wild und den Tourismus auf ihrem Land. Vengapi Tjivinda, eine Frau in den Fünfzigern, hat die Wiedergeburt ihres Volks in Namibia erlebt.
Früher flocht sie Körbe für Touristen, jetzt hält sie wieder Ziegen und Rinder: "Unser Leben ist eigentlich immer noch das gleiche. Aber die Kinder können nun lesen. Und wir essen wieder Wild."
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