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Es mag sein, dass die globale Erwärmung zu fern oder zu unwirklich erscheint, um uns ernsthaft Sorgen zu machen. Wird sie nicht mit Hilfe einer Computertechnologie berechnet, die es den Meteorologen sonst nicht einmal ermöglicht, das Wetter für die nächste Woche korrekt vorherzusagen? Wünscht man sich nicht an eisigen Wintertagen ein paar Grad mehr? Und klingen die Warnungen vor dem Klimawechsel nicht oft wie das Bangemachen von Umweltschützern, die uns das Auto vergraulen und unseren lieb gewonnenen Komfort einschränken wollen?
Solche Empfindungen sind nachvollziehbar. Wie Sie im ersten Teil unserer neuen Serie lesen können, sendet uns die Erde aber längst beunruhigende Signale. Von Alaska bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Alpen heizt sich unser Planet auf, und zwar rasant. Weltweit liegen die Temperaturen um 0,6 Grad höher als im vorigen Jahrhundert, und vor allem in den kältesten und entlegensten Gegenden ist es viel wärmer geworden. Die Folgen: Gletscher schmelzen, Flüsse trocknen aus, Küsten erodieren und bedrohen menschliche Siedlungen. Auch Flora und Fauna sind von der Erwärmung betroffen. Und dies sind keine vagen Voraussagen, sondern belegbare Tatsachen.
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Skeptiker weisen gern darauf hin, wie wankelmütig das Klima sein kann: Vor 1000 Jahren war es in Europa mild, und in England wuchsen Weintrauben. Vor 400 Jahren war es kalt, und die Themse fror häufig zu. Daraus lässt sich schnell die Annahme folgern, dass auch die momentane Erwärmung nur eine weitere Laune der Natur sein könnte. Klimaexperten warnen dagegen, dass man sich auf diese These nicht verlassen sollte. Sicherlich könnten die natürlichen Schwankungen durchaus Erklärungen für manche der Erwärmungsanzeichen liefern. Aber klar ist: Das weltweite Fieber wird von den Menschen hochgetrieben. Seit Jahrhunderten roden wir Wälder und verbrennen Kohle, Öl und Erdgas und füllen auf diese Weise die Atmosphäre mit Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen - so schnell, dass die Pflanzen und Meere sie nicht mehr aufnehmen können.
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Schon jetzt haben wir genug Treibhausgase produziert, um die Erde für Jahrzehnte aufzuheizen. Aber die Emissionen zu begrenzen ist keine leichte Aufgabe. Vor drei Jahren verweigerten die USA aus Kostengründen die Zustimmung zum Kyoto-Protokoll. Allerdings wird auch dieses Abkommen die Anreicherung von Gasen, die langwellige Strahlung absorbieren, in der Atmosphäre nur minimal verlangsamen können. "Man brauchte 40 Kyotos", sagt Jerry Mahlman vom Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung der USA, "um den Anstieg in den Griff zu bekommen." Die Anzeichen für die Erwärmung sind markant genug. Sie vermitteln nur einen kleinen Eindruck von den Verwüstungen, die uns das nächste Jahrhundert vielleicht bringen wird. Können wir das Schlimmste noch verhindern? Nur die Erde kann es wissen.
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