Die Inseln des Hawaii-Archipels entstanden durch gigantische vulkanische Kräfte , die auch heute noch gelegentlich die größte von ihnen, Big Island, erschüttern. Die unablässig driftende pazifische Platte schob die Inseln Stück für Stück nach Nordwesten: etwas weniger als zehn Zentimeter pro Jahr. Und so dauerte es an die 30 Millionen Jahre, bis das Kure-Atoll seinen Platz am äußersten Rand der Nordwestlichen Hawaii-Inseln erreichte.
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Noch heute formen die Zeiten und der Ozean die äußere Gestalt der Eilande, ihr Schicksal aber ist bereits besiegelt: Sie alle werden eines Tages Teil der Kette von Seebergen sein, die sich jenseits von Kure unter der Wasseroberfläche erstrecken. Politisch gehört die Region zum amerikanischen Bundesstaat Hawaii . Eine Ausnahme sind die Inseln des Midway-Atolls: Sie sind US-Gebiet, unterstehen aber der Bundesregierung. In der Frühzeit hinterließen Einwanderer aus dem südlichen Polynesien ihre Spuren auf den Inseln Nihoa und Necker Island. Zu einer dauerhaften Besiedlung lädt allerdings keine der Nordwestlichen Hawaii-Inseln ein. Dennoch kamen auch in jüngerer Zeit Menschen hierher - und nicht immer mit den besten Motiven: So schlachteten Jäger zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderttausende von Vögeln ab und verkauften ihre Federn an Hutmacher in aller Welt. Auf Laysan Island wurde Guano produziert, auf Midway waren zwischen dem Zweiten Weltkrieg und 1993 einige tausend Militärangehörige stationiert. In der Nähe des Atolls schlug die amerikanische Marine 1942 die japanische Flotte - einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs.
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Nur langsam setzte sich in den USA die Erkenntnis durch, dass dieser Platz schützenswert ist: Als Reaktion auf das Gemetzel an den Vögeln ließ Präsident Teddy Roosevelt im Jahr 1909 die meisten Inseln zum Naturschutzgebiet erklären. Um die Korallenbänke der Insel zu schützen, gründete Präsident Bill Clinton 2002 ein Naturreservat. Nun hoffen Umweltschützer, dass die Gewässer bald zum nationalen Meeresschutzgebiet erklärt werden. Behörden und Universitäten unterhalten auf den French Frigate Shoals, auf Midway und auf Laysan ganzjährige Forschungscamps. Andere Inseln werden saisonal beobachtet. Außer für wissenschaftliche Untersuchungen und Arbeiten für den Naturschutz haben Menschen dort keinen Zutritt. Uns wurde der Besuch ausnahmsweise gestattet, um die Tier- und Pflanzenwelt für die National Geographic Society zu porträtieren. Unsere Bilder können allerdings nur einige wenige der mehr als 7000 Arten zeigen, die auf dem Archipel leben und von denen etwa ein Viertel nur an diesem Ort zu finden ist, darunter bestimmte Fische und Korallenarten sowie die bedrohte Grüne Meeresschildkröte.
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Auf den Inseln fühlten wir uns wie Besucher auf einem anderen Stern. Sie sind eine fremde Welt und eindeutig das Revier der Tiere und Pflanzen, die dort leben - auch wenn Eingriffe durch Menschen gelegentlich notwendig sind, um dieses Refugium zu schützen. Wer Zugang erhält, muss die strikten Quarantänebestimmungen beachten, die verhindern sollen, dass Pflanzensamen und Insekten von außen hierher oder von einer Insel zur anderen gelangen. Weiche Gegenstände wie Kleidung und Rucksäcke müssen neu gekauft und 48 Stunden lang tiefgefroren werden. Harte Ausrüstung ist sorgfältig zu reinigen.
Gemeinsam mit Biologen der amerikanischen Klima- und Meeresbehörde inspizierten wir die Korallenriffe entlang der gesamten Inselkette. Naturforscher und Wildlife-Manager lehrten uns richtiges Verhalten, um Brutvögel, Meeresschildkröten, Robben und auch die Vegetation möglichst wenig zu stören. Zwei Jahre lang durften wir in einen Überfluss des Lebens eintauchen. Nur wenige Menschen haben das große Glück, die Inseln besuchen zu dürfen. Wir sind daher sehr dankbar, dort gewesen zu sein. Sehr gerne möchten wir unsere Schätze mit allen teilen, denen dieses Paradies am Herzen liegt.
Finden Sie, dass Korallenriffe geschützt werden sollten? Warum und wie? Senden Sie uns Ihre Meinung an leserbriefe@nationalgeographic.de. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Anschrift anzufügen.
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