Die digitale Revolution

Artikel vom 01.10.2006  —  Autor: Chris Johns

Bei der Fotografie geht es nicht um Technologie. Es geht um das Leben. Die digitale Technologie hat die Fotografie revolutioniert, denn jeder Betrachter kann sofort seine Bilder beurteilen. Umständliche Dunkelkammertechnik hat ausgedient. Heute kann jeder mitmachen - vom neunjährigen Jungen bis zur 90-jährigen Urgroßmutter. Heute geht es bei der Fotografie, mehr als je zuvor, nur darum einzufangen, was man sieht und empfindet.

Die digitale Revolution hat auch Profifotografen angeregt. Mehr als die Hälfte der Aufnahmen in den zurückliegenden zwölf Ausgaben von NATIONAL GEOGRAPHIC wurden mit Digitalkameras gemacht. Die Fotos in diesem Beitrag sind ein Beispiel dafür. Sie wären ohne diese Technik nicht zu Stande gekommen.

Eine unserer größten Sorgen angesichts dieser Entwicklung betrifft die Möglichkeiten, Fotos elektronisch zu manipulieren. Wir stehen ohne Wenn und Aber zum ehrlichen Bild. Die Leser vertrauen uns. Unsere Fotografen und Redakteure gewährleisten, dass keine fotografischen Inhalte vor der Veröffentlichung verfälscht oder manipuliert werden.

Fotografien haben Männer und Frauen dazu motiviert, Naturparks zu schaffen, Kinderarbeit zu bekämpfen, bedrohte Arten zu schützen, die Brutalität von Kriegen anzuklagen - kurzum, sie haben uns geholfen, die Wirklichkeit des Lebens festzuhalten.

Fotografie ist eine gemeinsame Sprache, die uns alle tief berührt und verbindet. Der Technologie ist zu verdanken, dass diese Sprache von allen beherrscht werden kann. Es gab noch nie einen besseren Zeitpunkt, selber eine Kamera in die Hand zu nehmen.


(NG, Heft 10 / 2006)
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