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Eis und Reif, in diesem Falschfarbenbild hell dargestellt, im Wechsel mit dunklen Sandstreifen, die steil in einen 600 Meter tiefen Canyon hinabführen. Die Schichten haben sich vermutlich über Millionen von Jahren gebildet, in Eiszeiten, ähnlich denen auf der Erde.
Der Mars fasziniert die Menschen seit je. Die Völker der Antike nahmen den unsteten roten Stern als unheilvoll oder gewalttätig wahr. Die Griechen setzten ihn mit dem Kriegsgott Ares gleich. Die Babylonier nannten ihn Nergal, nach ihrem Gott der Unterwelt. Für die alten Chinesen war er Ying-huo, der Feuerplanet. Auch nachdem Nikolaus Kopernikus im Jahr 1543 den Menschen erklärt hatte, dass nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt unseres lokalen Kosmos ist, blieb die exzentrische Bahn des Mars ein Mysterium. Erst Johannes Kepler erkannte: Alle Planetenbahnen sind Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
Im selben Jahr, es war 1609, beobachtete Galileo Galilei den Mars erstmals mit einem selbstgebauten Teleskop. Der italienische Astronom Giovanni Cassini berechnete 1666 die Rotation des Planeten. Der Marstag, so sein Fazit, sei 40 Minuten länger als unser Erdentag. Damit lag er nur um drei Minuten daneben. Die Venus ist uns zwar näher und fast ebenso groß wie die Erde, doch von einer blickdichten Wolkendecke umgeben. Dagegen zeigt der Mars eine Oberfläche, die der irdischen so ähnlich scheint, dass sie zu Spekulationen einlud, ob es dort wohl Leben geben könne. Die Teleskope wurden immer präziser, die Karten detailreicher. Die Beobachter zeichneten Meere und Sumpfgebiete, in denen man sogar saisonale Schwankungen einer mutmaßlichen Vegetation zu sehen glaubte.
Am 14. Juli 1965 schoss die Raumsonde "Mariner 4" aus einer Entfernung von 10 000 Kilometern die ersten Nahaufnahmen. Keine Kanäle, keine Städte, kein Wasser, keine Erosion, keine Verwitterung. Die Beschaffenheit der Krater ließ vermuten, dass die Bedingungen auf der Oberfläche des Mars seit mehr als drei Milliarden Jahren unverändert geblieben waren. Der "sterbende Planet" war schon lange tot. Zwei weitere "Mariner"-Sonden flogen vorbei, im Jahr 1969.
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Der Rover „Opportunity" rollte mit einem halben Meter pro Sekunde vom Kraterrand fort. Computerprogramme ermöglichen es dem Fahrzeug, Hindernisse selbstständig erkennen und zu umfahren.
Ihre Aufnahmen zeigten den Mars, wie es die Nasa formulierte, "als einen stark zerkraterten, öden, kalten, trockenen und fast luftlosen Planeten, auf dem nach irdischen Maßstäben kein Leben möglich ist." Doch schon 1971 sorgte "Mariner 9" wieder für neue Einsichten. Es war die erste Raumsonde, die den Mars in einer Umlaufbahn umkreiste. Ihre Fotos präsentierten eine erstaunlich vielfältige Landschaft mit Vulkanen, von denen der größte - Olympus Mons - 20 Kilometer hoch ist. Und mit einem Grabensystem - Valles Marineris -, das auf der Erde von Madrid bis Moskau reichen würde. Trockentäler und tränenförmige Inseln zeugten von riesigen Überschwemmungen in der Vergangenheit des Mars. Hatte es also doch Wasser gegeben, die unabdingbare Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen? 1976 gingen die beiden "Viking"-Landesonden auf der Marsoberfläche nieder: Die ausgeklügelten chemischen Experimente an Bord der Sonden lieferten aber noch keine eindeutigen Erkenntnisse darüber, ob Leben auf dem Mars existiert oder jemals existiert hat.
Mit dem Absetzen des Roboterfahrzeugs "Sojourner" - einem sogenannten Rover - wurde 1997 ein neues Kapitel der Marsforschung aufgeschlagen. Seit 2004 rollen die Rover "Spirit" und "Opportunity" durch den Marsstaub. Mit Energie versorgt von den Strahlen der fernen Sonne, haben die Roboterzwillinge unglaubliche Bilder geliefert, darunter viele, die nicht mehr daran zweifeln lassen, dass es einst Ozeane auf dem Mars gab.
Bild: NASA/JPL/University of Arizona Vergrößern
Dieser 1 500 Meter weite und relativ junge Meteroitenkrater -er ist weniger als eine Million Jahre alt - erlaubt einen Blick unter die Oberfläche des Mars.
Die Fotos versetzen den Betrachter direkt auf die Marsoberfläche, die seit Äonen im Perlenglanz der Sonne unter einem lachsrosa Himmel liegt. Unser neugieriges Eindringen in diese stille Einöde mutet wie eine heroische Expedition an.
Im Mai 2008 landete außerdem die Sonde "Phoenix" in der Nähe des Nordpols. Mit Roboterarm und Schaufel, Kameras und Analyse-Instrumenten untersuchte sie fünf Monate lang löffelweise Proben eines fremden Planeten. Die Astronomen versprechen sich davon Neuigkeiten über die Geschichte unseres Sonnensystems.
Im November, mit Einbruch der Polarnacht auf dem Mars, gab "Phoenix" dann seinen Geist auf. Aus der Umlaufbahn füttern aber noch die Kameras des "Mars Reconnaissance Orbiter" die Datenspeicher an der Universität von Arizona mit verblüffenden räumlichen Aufnahmen der Oberfläche. Manche dieser Falschfarbenbilder mögen wie abstrakte Kunst wirken; dem Fachmann liefern sie eine Fülle an wissenschaftlichen Informationen.
Der tote Planet ist gar nicht so tot. Die modernen Kameras haben uns Lawinen und Staubstürme gezeigt. Die Jahreszeiten an den Polen bewirken Erosion und Veränderung der Landschaft. Dünen wandern. Windhosen kritzeln Linien in den Staub. Beweise für das Leben von Mikroorganismen oder Flechten haben sich aus der Ferne bisher nicht finden lassen. Glauben Sie trotzdem an Leben auf dem Mars? Schreiben Sie Ihre Meinung an leserbriefe@nationalgeographic.de und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Anschrift anzugeben.
DVD-Tipp: Unser Universum
Wie groß war der große Knall, der "Big Bang"? Gibt es Leben auf anderen Planeten? Was würde passieren, wenn man von einem Schwarzen Loch angezogen würde? Nicht gerade alltägliche Fragen, aber Fragen, über die die klügsten Köpfe der Astrophysik und der Theoretischen Physik Tag für Tag nachdenken. In der Serie "Unser Universum" treten sie vor die Kamera und geben Antworten. mehr...
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