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Königspinguine teilen sich den Strand mit den Kühen der See-Elefanten. An der Wasserlinie wachen die Bullen. Im antarktischen Frühling kommen rund 400 000 See-Elefanten nach Südgeorgien, um Junge zur Welt zu bringen und neuen Nachwuchs zu zeugen.
See-Elefanten werden als Räuber im Meer gern unterschätzt. Sie haben weder die majestätische Ausstrahlung des Pottwals noch die Schnelligkeit des Weißen Hais oder die Intelligenz der Orcas. Anders als Riesenkraken und Seeleoparden umgibt diese scheinbar plumpen Robben auch keine Aura des Geheimnisvoll-Bedrohlichen. Ihren Körperbau könnte sich ein Comiczeichner erdacht haben. Am vorderen Ende des zeppelinförmigen Leibes sitzt als Nase der grotesk wirkende Rüssel, der den See-Elefanten zu ihrem Namen verhalf. Er kann einen halben Meter lang werden. Die Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) sind die größten Robben der Welt. Die Bullen können sechs Meter lang und an die 4000 Kilo schwer werden, die Kühe werden höchstens halb so groß und wiegen nicht mehr als 600 Kilo. Die Nördlichen See-Elefanten (Mirounga angustirostris), die an der Pazifikküste Nordamerikas leben, werden nicht ganz so groß.
Die südliche Art lebt im Atlantik. Rund 1450 Kilometer östlich der Falklandinseln liegt das felsige Eiland Südgeorgien. Für Menschen ist es ein unwirtliches Ziel: Man erreicht die Insel nur per Schiff, und die Anreise von Argentinien aus kann im Toben des antarktischen Polarmeers fünf Tage dauern. Doch für die See-Elefanten ist Südgeorgien ein perfekter Sammelplatz. Zur Paarungssaison säumen rund 400 000 dieser Riesenrobben die Küsten.
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Mit einem Biss in die Wange sorgt der paarungswillige Bulle dafür, dass ihm die Partnerin nicht entwischt (links). Nach elfmonatiger Tragzeit bringen die Kühe an Land ein Junges zur Welt (ganz oben). Dann nehmen Mutter und Neugeborenes den Geruch voneinander auf, um sich wiederzufinden.
Die Versammlung beginnt Mitte September. Dann treffen die ersten Bullen ein, plumpsen mit ihrem massigen Körper auf den Strand und beginnen mit den Revierkämpfen. Das sind nicht nur Rempeleien, es geht oft genug sehr blutig zu: Nasen werden abgerissen, Hautfetzen abgeschält, und manchmal landet ein Augapfel im Sand. Es steht viel auf dem Spiel, denn nur jeder Dritte hat später die Gelegenheit, sich zu paaren - eine geringe Zahl angesichts der Tatsache, dass alle mit Testosteron vollgepumpt und gleichermaßen darauf erpicht sind, ihre Gene zu weiterzugeben. Masse ist eindeutig von Vorteil: Wenn Körper mit dem Gewicht tonnenschwerer Geländewagen aufeinanderprallen, behalten die größten Bullen in der Regel die Oberhand. Zu den Revierkämpfen gehört aber auch viel Imponiergehabe: Die Rüsselnase wird prall gebläht und verstärkt das Brüllen und Schnauben, was auf unterlegene Tiere gehörig Eindruck macht.
Die dominanten Bullen regieren jeweils über einen Harem aus mindestens 20 Kühen, er kann aber auch 300 Tiere umfassen. Die Kühe kommen Anfang Oktober an den Strand. Sie bringen ihr Junges zur Welt und säugen es etwa drei Wochen lang. In dieser Zeit ist es die Aufgabe des Bullen, seine künftigen Paarungspartnerinnen vor den Übergriffen männlicher Einzelgänger zu schützen. In größeren Harems kommt es vor, dass sich Rivalen einschleichen, aber die meisten sind zum Zuschauen verdammt. Sie sind frustriert und aggressiv, was immer wieder zu Kämpfen führt.
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