Jäger und Sammler kamen vor ungefähr 130000 Jahren erstmals in den Fessan. In jener Zeit konnten sie hier gut leben. Sie wanderten fort, als vor etwa 70000 Jahren der Regen ausblieb. Irgendwann setzte eine neue Phase mit mehr Niederschlägen ein, und die Menschen kehrten zurück. In die Felsen geritzte Figuren von Löwen, Elefanten und Nashörnern – Tieren, die reichlich Wasser brauchen – bezeugen noch heute jene Zeit.
Doch als die bislang jüngste Feuchtperiode endete – vor ungefähr 5000 Jahren – geschah etwas Seltsames. Wieder einmal gingen die Regenfälle zurück, die Seen schwanden, die Wüste wuchs. Diesmal aber blieben die Menschen. Ihre Felszeichnungen deuten darauf hin, dass aus Jägern bereits Bauern geworden waren. Es entstand eine Gesellschaft, die begann, Städte zu bauen und Äcker zu bestellen. Man nennt sie die garamantische Kultur.
Die Garamanten lebten in einem Klima, das jenem sehr ähnlich war, das heute in der Sahara herrscht. Viele Archäologen waren überzeugt, es seien Nomaden gewesen. Doch Ausgrabungen in ihrer damaligen Hauptstadt Garama (unweit des heutigen Jarmah) und Landvermessungen legen nahe, dass hier ein sesshaftes Volk von Oasenlandwirtschaft lebte. Ein kluges Bewässerungssystem ermöglichte es den Garamanten, Weizen, Gerste, Hirse, Dattelpalmen und Olivenbäume anzupflanzen. Unterirdische Wasserleitungen – die foggara – führten Grundwasser ohne Verdunstungsverluste auf die Felder. Noch heute sind fast tausend Kilometer dieser Kanäle zu sehen. Das System funktionierte über Jahrhunderte – bis das Grundwasser, das sich in Feuchtperioden angesammelt hatte, erschöpft war. Das bedeutete das Ende jener Kultur. Aber nicht das Ende der Menschen im Fessan.
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