Um vorhandenes Leben aber auch nachweisen zu können, braucht man noch spezieller ausgerüstete Weltraumteleskope. Sie müssten in der Lage sein, das Spektrum des Lichts erdähnlicher Planeten nach „Biosignaturen“ zu untersuchen. Hinweise auf Leben wären etwa der Nachweis von Methan, Ozon und Sauerstoff in der Atmosphäre. Ein sicheres Merkmal wäre der „rote Rand“: Er entsteht, wenn chlorophyllhaltige Pflanzen Energie über Fotosynthese gewinnen, wie bei uns auf der Erde.
Allerdings wird es eine extrem schwierige Aufgabe sein, das Licht eines solchen Planeten von dem seines Muttersterns zu unterscheiden, der zehn Milliarden Mal heller leuchtet. Es könnte gelingen, während der Planet vor seiner Sonne vorbeizieht und deren Licht seine Atmosphäre durchstrahlt. Das Spektrum ändert sich je nach Zusammensetzung der Atmosphäre – und ein speziell ausgerüstetes Weltraumteleskop könnte das analysieren.
Erfolg verspricht das allerdings nur, wenn wir nach Leben suchen, wie wir es kennen. Außerirdisches Leben könnte aber ganz anders aussehen. Wenn etwa der „rote Rand“ fehlt, muss das nicht bedeuten, dass der Exoplanet unbelebt ist. Auch auf der Erde gab es Lebensformen schon lange, ehe Pflanzen die Kontinente besiedelten. Die biologische Evolution ist völlig unvorhersehbar: Selbst wenn auf einem Zwillingsplaneten der Erde zur gleichen Zeit Leben entstanden wäre wie hier, würde es dort heute mit Sicherheit anders aussehen.
Am besten beschrieb es der Evolutionsbiologe und Nobelpreisträger Jacques Monod in seinem Bestseller „Zufall und Notwendigkeit“: Leben entwickelt sich trotz der Wirkung der überall geltenden Naturgesetze nicht zwangsläufig in einer bestimmten Weise, sondern immer auch durch Zufälle, durch unzählige, unvorhersehbare Vorkommnisse.
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