Natürliche Feinde

Autor: Douglas H. Chadwick
Frage des Monats
Wie viele Wölfe leben heute im Yellowstone-Nationalpark?
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Heute lautet die Frage nicht mehr, wie man die Wölfe loswird, sondern wie man mit ihnen leben kann. Der Rancher David Mannix spricht für viele, wenn er sagt: „Wir müssen anerkennen, dass die Allgemeinheit Wölfe will. Die Leute wollen aber auch Steaks essen. Es bringt nichts, seinen Kunden zu sagen, sie hätten keine Ahnung. Statt also stur dafür zu kämpfen, dass alles wird wie vor 50 Jahren, versuchen wir es mit Ideen wie dem ‚Range Rider’.“

Auch das Wild muss sich umstellen. Als nach langer Zeit die Wölfe wieder im Yellowstone auftauchten, reagierten die Wapitis und Elche anfänglich so, als wären es auch nur Kojoten. Das bekam ihnen nicht gut. Heute leben im Yellowstone nur noch halb so viele Wapitis wie vor 15 Jahren. Mit durchaus positiven Folgen für die Natur, denn der Wildbestand war ohne natürliche Feinde zu groß geworden. Obwohl Parkmitarbeiter Wapitis zu Tausenden schossen, vermehrten sich die Tiere rasch und zerbissen mit ihrem Appetit artenreiche Lebensräume. Dem setzten die Wölfe ein Ende.

Weil sie nach ihrer Wiederansiedlung reichlich Beute vorfanden, nahm ihre Anzahl im Yellowstone anfangs schnell zu. Doch 2005 kippte der Trend. Seither verläuft die Entwicklung des Bestands in einer Wellenbewegung. Mal sind es mehr, mal weniger als 150 Wölfe. Doug Smith, der im Yellowstone die Population genau beobachtet, sagt: „Die Zahlen waren nie so hoch, wie man aufgrund der vorhandenen Beute hätte erwarten können. Daraus lässt sich schließen, dass eine soziale Regulierung einsetzt, wenn die Anzahl der Grauen eine bestimmte Dichte erreicht hat.“ Will heißen: Nicht nur der Mensch tötet Wölfe. Auch der Wolf selber wird seinesgleichen zum Feind.


(NG, Heft 3 / 2010)


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