Ist unsere Erde einzigartig? Ist der Mensch allein in der Milchstraße? Drei Jahre lang suchte - und fand - das Weltraumteleskop „Corot“ extrasolare Planeten, Welten, die um ferne Sterne kreisen. Nun untersucht man diese Himmelskörper und ihre Atmosphäre, um herauszufinden, wie sie entstanden sind und wie sie sich entwickelt haben. Und bei den erdähnlichen Planeten sucht man nach Anzeichen für Leben. Auf deutscher Seite hat bei diesem europäischen Projekt das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) Programme entwickelt, die das Teleskop präzise ausrichten und die Daten zu den Bodenstationen senden. Projektleiterin am Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin-Adlershof ist die Astrophysikerin Heike Rauer.
Frau Professor Rauer, irdische Astronomen haben bisher 405 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt...
...und es werden jede Woche neue gemeldet.
Wie viele darunter gleichen der Erde?
Kommt darauf an, was Sie darunter verstehen. Einen Zwilling der Erde, der um einen Stern wie die Sonne kreist und auf dem Leute sitzen, die miteinander reden, so etwas haben wir noch nicht gefunden. Wohl aber Gesteinsplaneten erdähnlicher Größe, bisher sieben mit weniger als fünf Erdmassen.
Wäre darauf denn Leben möglich?
Dazu müssten sie in der so genannten habitablen Zone kreisen: in einem Abstand um ihre jeweilige Sonne, in der Leben, wie wir es kennen, existieren könnte. In unserem Sonnensystem gilt das nur für die Erde. Wenn wir die Daten der Exoplaneten - Masse, Größe und Dichte - damit vergleichen, kennen wir nur wenige Felsplaneten nahe der habitablen Zone. Der kleinste, dessen Radius und Masse wir genau kennen, ist Corot-7b. Er ist aber mit einer Umlaufzeit von 20 Stunden seinem Stern sehr nah, und weil er ihm immer dieselbe Seite zuwendet, ist es dort an die 2000 Grad heiß. In dieser Hinsicht ist er nicht erdähnlich und leider weit von der habitablen Zone entfernt.
Und was ist mit Gliese 581?
Eine der jüngsten Entdeckungen. Der Stern Gliese 581 ist kleiner als die Sonne und nicht so heiß. Ein Roter Zwerg, gut 20 Lichtjahre von uns entfernt. Er hat vier etwa erd- bis neptungroße Planeten, Gliese 581b bis e. Nach neuesten Untersuchungen ist 581c am inneren Rand der Zone wohl nicht habitabel, weil zu heiß. Auch 581e und b sind zu weit innen.
Damit bliebe einer übrig, Gliese 581d.
Das ist wirklich spannend. Er hat etwa die siebenfache Masse der Erde und umrundet seine Sonne in 67 Tagen am äußeren Rand der bewohnbaren Zone. Ob er habitabel ist, hängt aber von vielen Faktoren ab. Ganz wichtig ist die Zusammensetzung seiner Atmosphäre. Bei Planeten der Jupiterklasse, das sind große Gasriesen, haben wir Daten über deren Atmosphäre. Aber bei den kleinen Gesteinsplaneten wissen wir bisher nicht, ob sie eine haben und wie sie sich zusammensetzen könnte.
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