Was unsere Meere bedroht

Autor: Sybille Fischer  —  Bilder: Rich Carey / Shutterstock

Unsere Meere sind in Gefahr. Verschmutzung, Überfischung, Erwärmung und Versauerung sind nur einige der Aspekte, die dem Lebensraum Ozean zu schaffen machen. Die Folgen gefährden nicht nur das Leben im Wasser, sondern verändern auch das Klima an Land. Wir haben uns mit den essentiellen Bedrohungen auseinander gesetzt.

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Bild: Rich Carey/Shutterstock Vergrößern

Pro Quadratkilometer treiben etwa 18.000 Plastikteile im Meer.

Vorsätzliche Meerwasserverschmutzung

Riesige Müllteppiche wirbeln im Karussell der Meeresströmungen durch die Ozeane. Vögel verkleben zu schwarzen Ölklumpen. Meerestiere knabbern sich an buntem Spielzeug in den Tod und reihen sich als giftiges Glied in die Nahrungskette.

Pestizide, Herbizide, Kunstdünger, Reinigungsmittel, Abwasser, Öl und Unmengen an Plastikteilchen und anderen Festkörpern machen unsere Ozeane zur Sondermülldeponie. Pro Stunde landen schätzungsweise rund 675 Tonnen Müll im Meer, die Hälfte davon ist Plastik.

Auf einen Quadratkilometer Meeresfläche kommen mittlerweile bis zu 18.000 Plastikteile. Im Nordpazifikwirbel zwischen Nordamerika und Asien treibt ein Müllteppich von der Größe Texas, der „Great Pacific Garbage Patch“. Erst 2010 wurde eine weitere riesige Müllinsel im Atlantischen Ozean entdeckt. Sie sind Mahnmale jahrhundertelanger Ignoranz.

Vielfach gelangen Müll und Abwässer über Umwege ins Meer. Nitrogenreicher Dünger aus der Landwirtschaft etwa sickert ins Grundwasser oder in Flüsse und fließt so in Richtung Meer. Dort kurbelt es das Algenwachstum an und diese entziehen dem Wasser wiederum jeglichen Sauerstoff. Was bleibt, sind so genannte Todeszonen: 400 dieser sauerstoffarmen oder gar sauerstofflosen und damit leblosen Gebiete sind bereits bekannt.

Zur physischen kommt die „akustische Verschmutzung“ der Meere: Das Brummen der Schiffe, das Bohren nach Öl und der Schall der Sonargeräte beeinträchtigen Kommunikation, Orientierung und Fortpflanzung großer Meeressäuger. Wale, so beobachten Forscher, versuchen mit lauterem Rufen gegen den Lärmpegel anzukommen. Doch der Schalldruck der Sonartechnik kann Gehirn und Kreislauf der Meeressäuger so stark schädigen, dass sie die Orientierung verlieren und stranden.

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