Wie werden sich Meeresströmungen und Meeresspiegel verändern?

Artikel vom 09.08.2013  —  Autor: Holger Freund  —  Quelle: Universität Oldenburg  —  Bilder: Universität Oldenburg
Meeresspiegel_Deich
Holger Freund

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Dr. Holger Freund ist Leiter der Arbeitsgruppe Geoökologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg.

Privatdozent Dr. Holger Freund ist Leiter der Arbeitsgruppe Geoökologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg. Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung von Küsten-Geo-/Biosystemen und deren Reaktionen auf mittel- und kurzfristige Meeresspiegel-, Umwelt- und Klimaänderungen.

Wie werden sich Meeresströmungen und Meeresspiegel angesichts des Klimawandels verändern?
Dass die Erde sich erwärmt, gilt inzwischen als sicher. Deshalb diskutieren Wissen­schaftler, wie genau sich Meeresströmungen und der Meeresspiegelanstieg verändern werden - und vor allem was das für unsere Lebensräume bedeutet. Abweichungen der Meeresströme und des Meeresspiegels sind jedoch nicht neu. Sie haben sich in geolo­gischen Zeiträumen, also in Jahrtausenden oder Jahrmillionen, immer wieder verändert.

Neben natürlichen Ursachen, wie der Bewegung der tektonischen Platten, hat jedoch auch der Mensch massiv in diese Abläufe eingegriffen. Vor allem hat er das Treibhausgas Kohlendioxid ins Spiel gebracht. Momentan erwartet man bis zum Jahr 2100 einen Meeresspiegelanstieg von 17 bis 59 Zentimetern. Allerdings ist es schwierig, genaue Prognosen zu geben. Die Kalkulationen und Modellrechnungen bergen Fehler, in den letzten Jahren mussten die Werte immer wieder korrigiert werden.

Ein Anstieg von 17 bis 59 Zentimetern ist zwar eine Herausforderung für den Küstenschutz, gilt hierzulande aber als beherrschbar. Anders ist die Situation jedoch auf den pazifischen Atollen oder etwa in Bangladesch, wo ein steigender Meeresspiegel dramatische Folgen haben könnte.

Schaltet der Mensch Mitteleuropas Warmwasserheizung ab?
Auch Meeresströmungen unterliegen den weltweiten klimatischen Veränderungen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Golfstrom: Der floss in Kaltzeiten viel weiter südlich, wie geologische Untersuchungen belegen. Erst im Verlauf der nacheiszeitlichen Klimaerwärmung kam es zu dem stabilen Warmwasserstrom nach Norden, der uns heute in unseren Breiten das günstige Klima beschert.

Die beschleunigte Erd­erwärmung könnte zu einer Störung des Golfstroms führen: im schlimmsten Fall würde sich diese Warmwasserheizung abschalten - mit unkalkulierbaren Folgen für den mitteleuropäischen Raum.

Haben Sie auch eine Frage zu unseren Ozeanen und seinen Bewohnern? Schicken Sie uns eine Email an online-redaktion@nationalgeographic.de. Unsere Wissenschaftler vomKonsortium Deutsche Meeresforschung stehen Ihnen Rede und Antwort.


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