Wo gibt es die saubersten Strände?

Artikel vom 09.01.2014  —  Autor: Sebastian Ferse  —  Bilder: Hauke Schwieder, ZMT

Bild oben: Auf vielen kleinen indonesischen Inseln findet man noch sehr saubere Strände aus Kalksand, wie hier auf Misool in Raja Ampat.

Blauer Himmel, sanft im Wind wogende Palmen, kristallklares Wasser und weiße Sandstrände – so stellen sich viele ihren Traumurlaub vor. Allerdings unterscheiden sich Strände weltweit, zum Beispiel nach dem Ursprung des Sandes oder ihrer Lage. Seit einigen Jahrzehnten beeinträchtigt vor allem Müll die Sauberkeit unserer Strände.

Auf Lage und Sand achten

Die Lage der Strände beeinflusst maßgeblich deren Wasserqualität. Strände auf kleineren ozeanischen Inseln wie zum Beispiel auf den Malediven oder in Französisch-Polynesien sowie im östlichen Mittelmeer haben häufig besonders klares Wasser, während die Strände von sogenannten Trauminseln wie Kho Pi Pi in Thailand oder der großen hawaiianischen Inseln durch Sediment- und Nährstoffeinträge oftmals recht trüb sind.

Auch das Material, aus dem der Sand gebildet wird, sowie die Küstenlinie tragen zu dem Eindruck von Sauberkeit bei. Carbonatsande, die vor allem in tropischen Küstenregionen wie den Atollen des Pazifiks vorkommen, sind sehr hell und häufig fein. Auch Quarz- und Silikatsande können sehr fein und weiß sein, wie zum Beispiel auf Siesta Key in den Florida Keys.

Befinden sich organische Schwebstoffe oder anderes Verwitterungsmaterial im Sand, kann dieser eine graue oder braune Farbe annehmen. Er wirkt somit schmutziger. Ist der Sand schließlich vulkanischen Ursprungs, kann er sogar dunkelgrau, grün oder schwarz aussehen, wie auf einigen Stränden der Azoren, in Indonesien oder auf Hawaii. Nicht jeder Tropenstrand entspricht daher dem Ideal, von dem viele Urlauber träumen.

Abgelegenheit ist kein Garant für saubere Strände

Ein großes Problem ist Müll, insbesondere Plastikmüll. Viele Strände werden zwar gereinigt, dennoch gibt es selbst an den Traumstränden Hawaiis, die regelmäßig auf den Listen der schönsten Strände weltweit auftauchen, große Mengen Müll.

Ein Großteil des Mülls stammt von Strandbesuchern sowie von Quellen am Festland, von wo der Unrat durch Wind und Flüsse an die Küste gelangt. Räumliche Isolation von Inseln ist heutzutage kein Garant mehr für saubere Strände. Wind, Wellen und Strömungen verteilen menschliche Hinterlassenschaften um den gesamten Globus. Schätzungen gehen von bis zu 100 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen aus.

Ein Großteil dieses Mülls besteht aus kleinen Partikeln, die sich inzwischen im Sand von Stränden auf der ganzen Welt wiederfinden. Selbst an Gestaden unbewohnter Inseln in der Mitte des Pazifiks werden regelmäßig große Mengen an Müll angespült. In der Mitte des Pazifischen Ozeans treibt ein Teppich aus Plastikmüll, der doppelt so groß ist wie Texas. Dort haben Experten eine sechsmal höhere Konzentration von Plastikpartikeln als von Plankton gefunden.

Dr. Sebastian Ferse ist Meeresbiologe am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen, wo er eine Arbeitsgruppe zur Ökologie und menschlichen Nutzung von Korallenriffen leitet. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Korallenriffökologie.

Haben Sie auch eine Frage zu unseren Ozeanen und seinen Bewohnern? Schicken Sie uns eine Email an online-redaktion@nationalgeographic.de. Unsere Wissenschaftler vom Konsortium Deutsche Meeresforschung stehen Ihnen Rede und Antwort.


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