Archäologie: Alte Tibeter?

Berge in Nepal

Bild: Shutterstock/Kandelaki Vergrößern

Gebirge im nepalesischen Bezirk Mustang

"Ich blickte den Schädel an, und er blickte mich an", berichtet der amerikanische Archäologe Mark Aldenderfer vom unerwarteten Erfolg seiner Himalaja-­Expedition im Sommer 2010. In 4000 Meter Höhe erkundete der von NATIONAL GEOGRAPHIC ge­förderte Forscher Berghöhlen im nepalesischen Bezirk Mustang. Er hoffte, nahe ­einer frühzeitlichen Siedlung Überreste von Menschen zu finden – und stieß gleich zu Anfang auf den aus dem Gestein ragenden Schädel.

Der lag zusammen mit vielen anderen menschlichen Knochen in mehreren Grabhöhlen. Die Gebeine sind wohl rund 2500 Jahre alt. Aldenderfer will nun das Erbgut untersuchen und dadurch klären lassen, ob die Bewohner dieser abgelegenen ­Region einst von Norden, aus Tibet, oder von Süden eingewandert sind. In der Nähe hatten andere ­Archäologen 2008 an die 8000 Schriftstücke gefunden. Sie sind vermutlich 500 Jahre alt und ähneln ­einem weiteren Fund aus dem Jahr 2010. Die Forscher erhoffen sich von der baldigen Entschlüsselung Erkenntnisse über die Bon-­Reli­gi­on, die hier später vom Buddhismus weitgehend verdrängt wurde.


(NG, Heft 01 / 2011, Seite(n) 30)


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