Biologie: Auf dem Vormarsch

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Stille Invasion

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Mit dem Frachtgut von Schiffen und Flugzeugen hat sich die Argentinische Ameise (Linepithema humile) in wenigen Jahrzehnten fast über die ganze Erde ausgebreitet.

Sie sind nur rund drei Millimeter groß, aber für viele Biologen so etwas wie die Hunnen der Neuzeit: Unaufhaltsam verbreiten sich die aggressiven Argentinischen Ameisen in alle Winkel unserer Erde. Sie verdrängen heimische Ameisenarten, vernichten Ernten und werden für Menschen in ihren Häusern zur Plage. Einige Forscher sprechen gar von einer „globalen Superkolonie“ – dem größten Sozialverband von Insekten, den man je gekannt hat.

Die Invasion begann vor etwas mehr als hundert Jahren, als die ersten kleinen, gelbbraunen Ameisen auf Frachtschiffen die USA und Portugal erreichten. Sie könnten sich gut an neue Klimabedingungen anpassen, und die Kolonien kooperierten untereinander, sagt Neil Tsutsui von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Im Unterschied zu Ameisen anderer Arten verständigen sich Angehörige verschiedener Gemeinschaften, teilen ihr Futter und versorgen gegenseitig ihre Königin. Grund für dieses Verhalten könnte sein, dass alle heute lebenden Argentinischen Ameisen von einer einzigen Urkolonie abstammen. Genetische Untersuchungen lassen auf eine enge Verwandtschaft schließen. Zoologen warnen: Nur die bessere Kontrolle von internationalem Frachtgut könne verhindern, dass die sechsbeinigen Invasoren in weitere Länder vorstoßen.



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