Ein Wahrzeichen wird durchleuchtet

Kölner Dom

Bild: Shutterstock / Arsgera Vergrößern

Weltkulturerbe Kölner Dom - Mit Röntgendiagnostik gegen den Verfall

Der Kölner Dom, der 1996 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, ist ein Meisterwerk der gotischen Baukunst und eine der bekanntesten deutschen Sehenswürdigkeiten. Baubeginn des mit 157 Metern dritthöchsten Kirchengebäudes der Welt war bereits im Jahre 1248. Nach anfänglichen Fortschritten wurde die Bautätigkeit jedoch zu Beginn des 16. Jahrhunderts eingestellt. Mehr als 300 Jahre prägte der unvollendete Bau anschließend das Kölner Stadtbild - bis im 19. Jahrhundert mit der Vollendung des Domes begonnen wurde. Im Jahre 1880, mehr als 600 Jahre nach Baubeginn, wurde er schließlich fertig gestellt.

Eben diese Entstehungsgeschichte könnte Wissenschaftlern zufolge ein Problem für die Bausubstanz des Kölner Wahrzeichens bedeuten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zum Teil ganz unterschiedliche Baumaterialien verwendet. Die verschiedenen Gesteins- und Mörtelarten reagieren möglicherweise negativ miteinander und beschleunigen so den Verwitterungsprozess des Kölner Doms zusätzlich.

Um die Auswirkungen der "Material-Mischung" genauer zu erforschen und künftige Sanierungen auf diese Weise effizienter gestalten zu können, wurde jetzt ein bislang einzigartiges Pilotprojekt gestartet. Mit modernster Technik nehmen Denkmalschützer die Bausubstanz des Domes unter die Lupe. In Laborversuchen werden die verwendeten Baustoffe dabei mittels Rasterelektronenmikroskopie und Röntgenfluoreszenzanalyse überprüft. Auf diese Weise können schon minimale Schäden im Mikrogefüge des Mörtels entdeckt werden. Die Forschungsergebnisse werden nicht nur dem Kölner Dom zugute kommen. Eine exaktere Bestimmung geeigneter Austausch- und Reparaturmaterialien dürfte für die Denkmalpflege ähnlich gefährdeter Bauwerke weltweit von Vorteil sein.



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