Ernährung: Die Koriander-Frage 

Artikel vom 02.08.2010
Koriander

Bild: Shutterstock Vergrößern

Ein Rätsel für die Wissenschaft: der Geschmack von Koriander.

Ein Blick auf Kochseiten im Internet zeigt: Die Welt ist gespalten. Und zwar in Leute, die ­Koriander leidenschaftlich lieben, und solche, die den Geschmack zum Erbrechen eklig finden. Liebhaber schätzen die zitronige Note des Krauts, Koriander-Muffel spüren nur Seife auf der Zunge. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Woran das liegt, untersuchte der Chemiker Charles Wysocki am Monell-Institut für Geschmacksforschung in Philadelphia in ­einem Zwillings-Experiment.

Was jemand schmeckt, sagt Wysocki, ist das Ergebnis einer Kombination von Geschmack, Geruch, Temperatur und der Ober­fläche der Nahrung. Weil der Chemiker vermutet, dass die Gene mit darüber entscheiden, wie einem Menschen Koriander schmeckt, prüfte er das mit einer Gruppe von eineiigen Zwillingen. Die em­pfinden den Geschmack tatsächlich viel häufiger gleich als zwei­eiige Zwillinge oder Geschwis­ter. Ob das aber an speziellen ­Genen liegt, ist bisher noch offen.


(NG, Heft 9 / 2010)


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