Evolution: Ein neuer Verwandter

Artikel vom 12.05.2010
Malapa-Schädel

Bild: Brett Eloff, Courtesy of Wits University Vergrößern

Dieser Gesichtsschädel eines jugendlichen Vormenschen war unter einer Kalksteinschicht verborgen.

In einer Grotte in Südafrika haben Forscher ein wichtiges Verbindungsstück in der Evolutionskette hin zum Menschen gefunden. Der Paläoanthropologe Lee Berger von der Universität Witwatersrand entdeckte in der Malapa-Höhle zwei Skelette eines bisher unbekannten Ahnen. Die Knochen sind etwa zwei Millionen Jahre alt. Die neue Art wurde Australopithecus sediba genannt. Sie lebte zu der Zeit, als sich aus der Gattung der Australopithecinen der modernere Homo erectus entwickelte, unser direkter Ahn. Das kleine Gehirn und die affenähnlich langen Arme von A. sediba sind noch vom Typ Australopithecus, die Zähne und die Form des Hirnschädels sind schon Homoartig.

Die Knochen stammen vermutlich von einem männlichen Jugendlichen und einer Frau. A. sediba wurde an die 1,30 Meter groß. Bergers Kollege Peter Schmidt von der Universität Zürich hat inzwischen weitere 180 Knochenstücke geborgen, die von vier Vormenschen dieser Art stammen. Ihre Untersuchung soll endgültig klären, ob sie noch zu Australopithecus oder schon zur Gattung Homo gehört.


(NG, Heft 6 / 2010, Seite(n) 24)


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