Evolution: Projekt Auerochse

Artikel vom 08.06.2010
Auerochsen

Bild: Shutterstock Vergrößern

Auerochsen überragen mit einer Schulterhöhe von knapp zwei Metern heutige Rinderrassen deutlich.

Der Ur war ein mächtiges Rind, das einst in Europas Wäldern lebte. Er regte Steinzeitkünstler zu imposanten Höhlenmalereien an und war begehrte Jagdbeute. In Deutschland wurde der letzte Auerochse im 15. Jahrhundert geschossen, das allerletzte Tier dieser Art soll 1627 in einem polnischen Gehege eingegangen sein. Jetzt wollen Europas Genetiker mit der Rückzüchtung ernst machen.

Dazu haben Forscher das Projekt Tauros (Stier) gegründet. Aus der DNA alter Auerochsenzähne haben sie eine Karte vom Erbgut des Urs erstellt. Zurzeit suchen sie nach Rinderrassen, die noch Teile dieses Erbguts in sich tragen. Dazu gehören etwa das Spanische Limianarind und das Schottische Hochlandrind. Durch gezielte Kreuzungen soll das moderne Erbgut ausgesondert werden und nach einigen Generationen ein Tier erstehen, das so aussieht und sich so verhält wie der ausgerottete Ahn. Der fraß vor allem Buchenblätter und könnte als natürlicher Forstgehilfe zur ökologischen Pflege unserer Wälder beitragen.


(NG, Heft 7 / 2010, Seite(n) 32)
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