Bild: El'gygytgyn International Science Crew Vergrößern
Die 70 Tonnen schwere Bohrplattform steht auf der künstlich verstärkten Eisdecke des Elgygytgynsees.
Das Wetter von gestern ist wenig interessant. Weiß man aber, wie es sich über viele Millionen Jahre entwickelte, kann das wichtige Erkenntnisse über das Klima der Zukunft liefern. Ein Team internationaler Wissenschaftler unter der Leitung des Geologen Martin Weller von der Universität zu Köln kann nun 3,6 Millionen Jahre Klimageschichte abbilden. Das ist das Ergebnis einer viermonatigen Expedition an den nordsibirischen Elgygytgynsee (NATIONAL GEOGRAPHIC berichtete).
Von der Eisdecke des Kratersees bohrten die Forscher insgesamt 520 Meter tief bis ins Festgestein. Die gewonnenen Seesedimentkerne gehen bis in die Zeit des Pliozäns vor mehr als 2,6 Millionen Jahren zurück. "Das Klima war zur damaligen Zeit deutlich wärmer war als heute" sagt Martin Melles. "Damit können die Erkenntnisse aus diesen Sedimenten als Modellfall für die Arktis in einigen Jahrzehnten dienen, wenn dort die besonders starke Klimaerwärmung, wie von Klimamodellen vorhergesagt, stattfinden wird".
Anhand der Impaktbrekzie werden die Wissenschaftler den Meteoriteneinschlag rekonstruieren können, der zur Bildung des Sees führte. "Wir erwarten neue Erkenntnisse nicht nur zur Flugbahn und Zusammensetzung des Meteoriten, sondern insbesondere auch zu Reaktionen der dort verbreiteten vulkanischen Gesteine auf den Einschlag", sagt Christian Koeberl von der Universität Wien. Dies wird auch neue Rückschlüsse auf die Evolution unseres Sonnensystems ermöglichen.
Die insgesamt fast 3,5 Tonnen schweren Bohrkerne wurden im August nach Deutschland gebracht. Die Phase der Auswertung hat bereits begonnen. Auf der Projektseite finden Sie weitere Informationen. Dort werden auch neue Ergebnisse veröffentlicht.
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