Geologie: Wenn das Eis bebt

Artikel vom 01.04.2009
Eisberg

Bild: Shutterstock / Peter Zaharov Vergrößern

Gletscher rutschen mit einem bestimmten Tempo unaufhaltsam zu Tal - so hatte man immer gedacht. Nicht so der Whillans-Eisstrom in der Antarktis. In der Regel zweimal am Tag macht der 500 Kilometer lange, 95 Kilometer breite und 600 Meter dicke Gletscher einen bis zu 70 Zentimeter weiten Satz nach vorn, nachdem er sich zuvor stundenlang überhaupt nicht bewegt hatte.

Dabei löst der Koloss seismische Wellen aus, die einem Erdbeben der Stärke 7 entsprechen. Douglas Wiens von der Washington-Universität in St. Louis hat jetzt die Ursache herausgefunden: Der Gletscher bleibt so lange auf dem felsigen Untergrund stehen, bis er von der Ebbe des Rossmeers bewegt wird. Wer oben auf dem Eis steht, spürt von alledem nichts.

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