Gesellschaft: „Freunde“ in aller Welt

Artikel vom 21.04.2010
Social Networks

Bild: Hiram Henriquez, Oliver Uberti, Quelle: Comscore. Inc. Vergrößern

Beinahe eine Milliarde Menschen sind heute über Computer in sozialen Netzen miteinander verbunden (dunkelblau: die zehn meistgenutzten). Die grünen Linien zeigen jeweils die drei größten sozialen Netze einzelner Länder.

Wer kennt heute noch das erste soziale Netz im World Wide Web? Es hieß SixDegrees und startete 1997. Seine Mitglieder konnten Freunde über das Internet finden und einander elektronisch Nachrichten und Einladungen schicken. Dieses Netz wurde zwar im Jahr 2000 wieder abgeschaltet, doch die Idee hat überlebt. Auf Dutzenden Plattformen platzieren Menschen Profile von sich, tauschen Fotos aus, treffen Verabredungen und teilen mehr oder weniger öffentlich ihre Träume.

Weltweit am populärsten sind die nordamerikanischen Netze Facebook und Windows Live. In Brasilien und Indien hingegen, zwei Staaten, die sonst wenig gemein haben, ist Googles Orkut die Nummer eins – womöglich weil die Seite sehr einfach konstruiert ist, ein Vorteil in Ländern mit langsamen Internetverbindungen. Kulturelle Eigenheiten und muttersprachliche Angebote stärken nationale Netze (zum Beispiel Baidu Space in China und VKontakte in Russland). Die größte Plattform in Japan, Mixi, offenbart in den Profilen selbst die Blutgruppe der Mitglieder; das soll helfen, einen passenden Partner zu finden. In Deutschland sind nach Facebook die meisten Nutzer auf den VZ-Seiten (Verlagsgruppe Holtzbrinck) und bei wer-kennt-wen (RTL) registriert.


(NG, Heft 5 / 2010, Seite(n) 26)
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