Gesundheit: Betelnuss - ein riskanter Genuss

Artikel vom 01.06.2006
Betelnuss

Bild: iStockphoto.com / Copyright Atelier Vergrößern

Das Kauen der Betelpalmensamen setzt einen Energieschub frei - und krebserregende Substanzen.

An den Straßen von Taiwan verkaufen junge Frauen gefährliche Ware: die Samen der Betelpalme Areca caytechu. Die Kunden mischen die Kerne mit Kalk, wickeln sie in Blätter der Betelpfefferpflanze und kauen sie. Das Vergnügen macht süchtig. Es stillt den Hunger und vertreibt die Müdigkeit. Und es färbt den Speichel knallrot. Traditionell wurden Betelnüsse als Zeichen der Gastfreundschaft angeboten. Die Bergstämme in Thailand und Kambodscha mischen beispielsweise Gewürznelken und Zimt mit in die Blätter. In manchen Teilen Indiens gehören Kardamom, Geleefrüchte, Kokosraspel oder Zucker dazu. Oft gibt Tabak ein besonderes Aroma.

Aber das Kauen der Betelnüsse kann auch Mundkrebs verursachen, wie neue wissenschaftliche Untersuchungen ergaben. Außerdem trägt es zu Herzkrankheiten, Diabetes, Asthma und Leberzirrhose bei. Viele Jahre lang galt der beigemischte Tabak als eine der Ursachen, aber nun ist klar, dass die Samen der Betelnusspalme selber krebserregend sind. Nicht nur in Südasien und im südlichen Pazifikraum sind viele hundert Millionen Menschen gefährdet, durch Auswanderer wird die Gewohnheit in die ganze Welt verbreitet. Zwar gibt es in manchen Ländern Bemühungen, das Betelnusskauen zu verbieten, doch die modernen Marktmechanismen sind stärker. Inzwischen werden aromatisierte Kaukugeln grellbunt verpackt angeboten, um neue Kunden anzulocken - darunter auch Kinder.

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