Krebs: mehr erkranken, weniger sterben

Cancer

Bild: Illustration: Bryan Christie Vergrößern

Lebensstil, Ernährung und Gesundheitsversorgung haben Einfluss auf die Sterberaten. Lungenkrebs fordert die meisten Todesopfer.

Der Kampf gegen den Krebs zeigt Erfolge. Immer mehr Menschen besiegen die Krankheit – obwohl die Anzahl der Erkrankten weltweit zunimmt. Dieser Trend gilt auch für Deutschland. Ein Grund ist, dass die Menschen hierzulande im Durchschnitt deutlich länger leben als früher, und mit jedem Jahr steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Gleichzeitig hat aber der medizinische Fortschritt die Überlebenschancen erheblich wachsen lassen.

Die Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin zeigen, dass heute 20 Prozent weniger Menschen an Krebs sterben als noch zu Beginn der achtziger Jahre. Besonders groß sind die Erfolge bei Magen­krebs, beim Lungenkrebs der Männer und bei Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Diese Entwicklung gilt für ­viele westliche Länder, wobei zum Beispiel in den USA die Sterblichkeit bei Lungen- und Prostatkrebs höher war als in Deutschland, aber in jüngerer Zeit deutlich schneller zurückging.

Problematisch bleiben Krebsarten, für die es keine verlässliche Früherkennung oder keine effektive Behandlungsmethode gibt – etwa beim Krebs der Bauchspeicheldrüse. Die Chance, nach der Diagnose die nächsten fünf Jahre zu überleben, liegt nur bei drei bis acht Prozent. Bei Brust- und Prostatakrebs sind es 83 bzw. 94 Prozent.

Ein Viertel bis ein Drittel aller Krebstode in Deutschland sind noch immer auf das Rauchen zurückzuführen. Weltweit sterben jedes Jahr 1,4 Millionen Menschen an Lungenkrebs. Generell werden Krebs­erkrankungen in den nächsten Jahrzehnten noch zunehmen, da die Weltbevölkerung wächst und die Menschen in den meisten Ländern heute älter werden, sagt David Forman von der International Agency for Research on Cancer (IARC). Eine große Rolle spielt nicht zuletzt die Zunahme des Wohlstands. Er führt dazu, dass sich mehr Menschen falsch ernähren – zu fettreich, zu süß, zu viel – und bei der Arbeit und in der Freizeit weniger bewegen. Für den kommenden Winter haben die Vereinten Nationen die internationale Fachwelt zu einem Gipfeltreffen im Kampf gegen den Krebs und andere chronische Krankheiten geladen. «Wir haben inzwischen das Wissen, viel mehr Menschenleben zu retten», sagt Forman. «Was uns aber oft fehlt, sind die Mittel, es therapeutisch umzusetzen.»


(NG, Heft 11 / 2011, Seite(n) 34 bis 36)


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