Klimaforschung: Der Atem der Pilze

Artikel vom 01.10.2009
Der Atem der Pilze

Bild: Chantal De Bruijne/Shutterstock Vergrößern

Pilze setzen viel Kohlenstoffdioxid frei. In einer wärmeren Umgebung gehen sie allerdings schnell ein. Das verringert ihre Emissionen.

Immer wenn man denkt, man habe etwas von den Zusammenhängen in Ökosystemen begriffen, stellt sich heraus: alles noch viel komplizierter. Nun sind Waldpilze in den Fokus der Forscher geraten. „Sie wirken wie CO2-Schornsteine“, sagt der Ökologe Steven Allison von der Universität von Kalifornien in Irvine. Er hatte den Stoffwechsel von Pilzen untersucht und war „geschockt“, wie viel Kohlendioxid sie ausatmen. Pilze mögen es warm. Werden sie kräftiger sprießen, wenn die Welt wärmer wird, noch mehr CO2 freisetzen und den Treibhauseffekt so verstärken? Um das zu prüfen, installierte Allison kleine Treibhäuser in den Wäldern von Alaska. Darin hielt er den Boden ein halbes Grad wärmer als in der Umgebung. Zu seiner Überraschung gingen die meisten Pilze ein – die Böden trockneten zu rasch aus. Folge: Es gab nicht mehr, sondern weniger CO2-Emission.

Die wesentliche Erkenntnis, die Allison bei seinem Experiment gewann: „Wir müssten noch viel mehr über die Auswirkung erhöhter CO2-Mengen auf unsere Ökosysteme – auf das Zusammenspiel von Tieren, Pflanzen und Bakterien – wissen, um voraussagen zu können, wie sich die Temperatur auf der Erde entwickeln wird.“

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