Klimawandel: Marmor, Stein und Eisen bricht

Artikel vom 01.04.2008
Dom von Mailand

Bild: iStockphoto.com / Alessandro Oliva Vergrößern

Der Dom von Mailand.

Sie haben Kriege und manche Naturkatastrophe überstanden, doch nun droht den Baudenkmälern in Europa eine Gefahr ganz anderen Kalibers: der Klimawandel. Das sagt der britische Atmosphärenchemiker Peter Brimblecombe. Er hatte an einer von der Europäischen Union geförderten Umweltstudie (Titel: Arche Noah) mitgewirkt. Der Forscher warnt vor der Häufung im Einzelfall wenig auffälliger Einflüsse. So kann etwa die Kristallisation von Salzen mit der Zeit Gestein sprengen. Dadurch sei speziell die gotische Architektur mit ihren filigranen Verzierungen gefährdet, wie der Dom von Mailand.
Eine andere Gefahr drohe durch starke Temperatursprünge. Sie würden bewirken, dass der Marmor von Standbildern Risse bekomme. Auch feuchteres Wetter fürchtet der Brite: Bakterien, Pilze und Flechten könnten dann besser gedeihen und mit ätzenden Ausscheidungen Stein und Metall zerfressen. Brimblecombes nüchterner Rat: Planen Sie Ihre große Kulturrundreise lieber bald.

Es bröselt überall

Die Gründe, warum Europas Denkmäler zerfallen:

  • Kristallisation von Salzen fördert Erosion.
  • Mikroben fressen zwar keinen Stein, aber ihre säurehaltigen Ausscheidungen zerstören ihn.
  • Temperatursprünge verursachen mit der Zeit Risse im Marmor.
  • Sturzregen und Überflutungen durchfeuchten poröses Gestein.
Extras

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