Kultur: Aufstand der "Giraffenfrauen"

Artikel vom 01.03.2008
Frau mit Halsringen

Bild: Guido Vrola / Shutterstock Vergrößern

Frau mit Halsringen

Über viele Generationen haben Mädchen vom Volk der Padaung in Myanmar ihre Halsringe aus Messing getragen - weil es als schön galt, aber auch als Zeichen des Stolzes auf ihre Kultur. Von früher Jugend an werden immer mehr Ringe hinzugefügt; das drückt die Schlüsselbeine nach unten, zieht die Nackenwirbel auseinander, der Hals erscheint länger.

Seit kurzem aber widersetzen sich immer mehr Frauen diesem Brauch. Vor allem Flüchtlinge im Norden Thailands sind nicht länger gewillt, sich in Attrappendörfern der Provinz Mae Hong Son für ein Trinkgeld den Touristen als "Giraffenfrauen" vorführen zu lassen. Vor allem örtliche Geschäftsleute profitieren von dieser Attraktion, doch auch manche Padaung-Frauen selber wollen auf dieses karge Einkommen nicht verzichten. Wenn sie aus diesen "Menschenzoos", wie Kritiker sagen, in Flüchtlingsdörfer umziehen, haben sie zwar die Chance auf eine Ausbildung; die Möglichkeiten aber, eine bezahlte Arbeit zu finden, sind begrenzt.

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