Kultur: Drogen frisch vom Markt

Bilder: Rebecca Hale
Drogen frisch vom Markt

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Die Blätter des afrikanischen Khat-Strauches enthalten stimulierende Amphetamine. Diese Droge zum Kauen gibt es mittlerweile auch in Europa.

Der erste Eindruck beim Kauen ist: bitter. Dann nimmt man noch ein Blatt und noch ein Blatt, bis ein Batzen zerkauter Pflanzenmasse die Wange ausbeult. Bald fühlt man sich weniger hungrig, ist angeregt und leicht euphorisch. So wirkt Khat (auch: Qat), ein Stimulans, das die Menschen in Jemen auf der Arabischen Halbinsel und im Osten Afrikas seit Jahrhunderten nutzen. Es macht die Arbeit leichter und verhilft zu einem angenehmen Nachmittagsrausch. "Inzwischen kaut es fast jeder hier", sagt Michael Odenwald, ein Psychologe der Universität Konstanz. Er kümmert sich in Somaliland seit Jahren um Menschen, die der Bürgerkrieg psychisch krank gemacht hat.

Aber der Konsum von Khat beschränkt sich nicht mehr auf Afrika. Jemenitische, äthiopische und somalische Auswanderer lassen es nach Australien, Europa und Amerika liefern. 48 Stunden nach der Ernte sind die Blätter weltweit auf den Märkten, noch frisch genug, um zu wirken. Die Nachfrage hat in Jemen dazu geführt, dass sich seit 1970 die Anbaufläche verzehnfacht hat – zulasten des knappen Grundwassers. In Äthiopien ist die Droge Top-Devisenbringer.

In westlichen Ländern wird derweil noch über eine einheitliche Haltung für den Umgang mit Khat debattiert. In den USA und in den meisten Ländern Europas ist der Genuss strafbar. In Großbritannien haben Khat-Kauer dagegen nichts zu befürchten.

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