Kultur: Gesunde Schönheit

Artikel vom 01.07.2008
Pharaonin

Bild: Maugli / Shutterstock Vergrößern

Wenn sich Kleopatra morgens von ihren Sklavinnen schwarzen Lidstrich auftragen ließ, wollte sie damit nicht nur die Wirkung ihres Augenaufschlags auf die Männer verstärken; die liefen zu ihrer Zeit ja selber mit schwarz umrandeten Augen herum. Die schwarze Schminke hatte vor allem den Zweck, lästige, oft auch Krankheiten übertragende Fliegen fernzuhalten und das gleißende Licht der Sonne abzumildern. Heute nutzen viele Ballsportler diese Methode, um unter freiem Himmel ihren Blick zu schärfen. Diese Paste ist allerdings garantiert schadstofffrei, anders als im Alten Ägypten. Damals enthielt mesdemet - die schwarze Augenfarbe - auch Chlorverbindungen und Bleisulfide. Sie wirkten antibakteriell und verhinderten Infektionen und Entzündungen. Während andere Cremes und Öle ebenfalls vor allem aufgetragen wurden, um in dem Wüstenklima die Haut feucht und glatt zu halten - manche wahrscheinlich mit ähnlich zweifelhafter Wirkung wie heutige Mittel -, gab es auch viele Verschönerungsmethoden, die eher auf spirituelle Weise wirken sollten. Eine prächtige Perücke zum Beispiel, gehärtet mit Bienenwachs, galt als Symbol sexueller Fitness und sollte ihren Träger Hathor ähnlich machen, der Göttin der Schönheit. Grüner Lidschatten, wadju, war vermutlich dafür gedacht, die Gebete um den Schutz Hathors gegen die alltäglichen Gefahren zu bekräftigen. Das reichte aber nicht immer aus. Umso wichtiger waren deshalb nach dem Tod die kosmetischen Fertigkeiten der Einbalsamierer. Jugendliches Aussehen galt als wichtige Voraussetzung für die Wiedergeburt im nächsten Leben.

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