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Hier spricht man Koro: Arunachal Pradesh, eine abgelegene Provinz im Nordosten Indiens.
Stellen Sie sich eine Sprache vor, die außer Ihnen niemand sonst in der Familie spricht, und die sich selbst für Ihre nächsten Nachbarn so fremd anhört wie Japanisch für einen Deutschen. Auf genau so ein Phänomen stießen die britischen Linguisten K. David Harrison und Gregory Anderson in Arunachal Pradesh, einer abgelegenen Provinz im Nordosten Indiens. Die Forscher bereisten die Gegend, um zwei regionale Sprachen genauer zu untersuchen. Dabei fanden sie eine dritte – Koro –, von der im Rest der Welt bis dahin niemand etwas gewusst hatte.
Sogar die Einheimischen dachten, die rund 800 Menschen, die so seltsam redeten, würden einen Dialekt benutzen. Harrison und Anderson wiesen jedoch nach, dass Koro völlig eigenständig ist. Die beiden dokumentieren für ein NATIONAL GEOGRAPHIC-Projekt aussterbende Sprachen. Linguisten schätzen, dass derzeit alle 14 Tage eine von rund 7000 Sprachen der Welt verloren geht. Für Koro werden nun schnellstmöglich ein Tonarchiv und ein Wörterbuch erstellt.
Sprechen Sie Koro?
Dies ist eine tibetisch-burmesische Sprache. Unterscheidungsmerkmal zu Nachbarsprachen sind kurze, melodische Silben. Hier finden Sie einige Beispiele:
Nu kapla echuyi? - Wie geht es dir?
Ne kapla echo. - Mir geht es gut.
Nu hagona? - Wo bist du?
Eme hapuna inyingonde? - Wohin gehst du?
Ti igina? - Was ist das?
Ne li murulim lele rangi. - Ich gab dem Mann das Schwein.
Lele nemi chiba. - Das Schwein biss mich.
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