Medizin: Infekt vom Vetter

Artikel vom 01.10.2009
Schimpanse

Bild: iStockphoto.com / Peter-John Freeman Vergrößern

Bisher waren Forscher der Ansicht, dass P. falciparum und die Parasitenlinie, die in Schimpansen gefunden wird (P. reichenowi), sich seit etwa fünf bis sieben Millionen Jahren unabhängig voneinander aus einem gemeinsamen Vorfahren entwickelt haben. Jetzt zeigte eine Gen-Analyse, dass die menschliche Variante des Malariaparasiten eine Mutation des Erregers der Schimpansenmalaria ist.

Ein Mitglied des Forscherteams ist Nathan Wolfe, der Direktor einer Organisation, die weltweit die Verbreitung von Viren beobachtet (Global Viral Forecasting Initiative). Wolfe ist Biologe an der Universität Stanford und ein Emerging Explorer von NATIONAL GEOGRAPHIC. Er verglich das Erbmolekül der Parasiten von Schimpansen und Menschen. Dabei stellte sich heraus, dass die DNA der Schimpansenlinie eine größere Anzahl von Mutationen aufweist. Sie muss also älter sein als der Parasit des Menschen. Unklar ist bisher, wann der Parasit den Sprung auf den Menschen schaffte. „Unsere Erkenntnisse beweisen“, sagt Wolfe, „dass sich der Parasit in die Reihe von Krankheitserregern wie HIV und Sars einreiht, die vom Tier auf den Menschen übergesprungen sind.“ Dem Kampf gegen die Malaria droht zurzeit ein Rückschlag, da Plasmodium gegen die gängigen Medikamente zunehmend resistent wird.

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