Medizin: Salbe gegen Mikroben

Artikel vom 08.06.2010
Granatapfel

Bild: Rebecca Hale Vergrößern

Granatapfelsamen sind gesund. Noch mehr interessiert Ärzte aber neuerdings die Schale der Frucht.

Das Fruchtfleisch der Granatäpfel ist bekannt dafür, dass seine rubinroten Kerne reich an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen sind: Ihre Antioxidantien sollen gegen Herzkrankheiten und manche Formen von Krebs vorbeugen. Einen noch größeren Nutzen versprechen sich Mediziner aber neuerdings von der nicht essbaren Fruchtschale.

Forscher der Kingston-Universität in London haben mit Extrakten der Granatapfelrinde, Kupfersalzen und Vitamin C gefährliche Krankenhauskeime mit Erfolg bekämpft. Declan Naughton, der Leiter der Untersuchung, sieht in der Frucht eine wirksame Waffe gegen den Antibiotika-resistenten Keim Staphylococcus aureus. Allein in Deutschland, so schätzt das Robert-Koch-Institut, infizieren sich jedes Jahr fünf Prozent der Krankenhauspatienten mit so einem Keim. Die Folgen sind Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Blutvergiftungen, an denen rund 40000 Patienten sterben.

In der Natur schützt sich die Frucht selber mit den Wirkstoffen gegen Bakterien. Naughton sagt, eine ideale Anwendungsform beim Menschen könne eine Salbe sein, die man auf Wunden oder Schnittverletzungen aufträgt. Damit könne man das Eindringen der gefährlichen Keime in die Blutbahn unterbinden. Ein weiterer Vorteil sei: Man rechnet nicht mit schädlichen Nebenwirkungen.


(NG, Heft 7 / 2010, Seite(n) 27)


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