Ökologie: Meckernde Gärtner

Ziege

Bild: Arnulf Müller Vergrößern

Attacke: Dieser Ziegenbock fühlte sich bei seiner landschaftspflegerischen Arbeit in der Rhön vom Fotografen gestört.

Im Biosphärenreservat und Naturpark Rhön werden Ziegen als kostengünstige Landschaftspfleger eingesetzt. Der Landkreis Fulda „least“ die Tiere von den Landwirten, um die artenreichen Magerwiesen von Sträuchern und Bäumen frei zu halten.

Mit dem Rückgang der Weidewirtschaft setzt besonders in steilen Hanglagen rasch die Verbuschung ein. Weil aber die Rodung von menschlicher Hand zu teuer ist, droht der Lebensraum speziell angepasster Vögel und Schmetterlinge sowie von Pflanzen wie Silberdistel und Teufelskralle zu verschwinden. Im Gegensatz zu den Rhönschafen verbeißen die Ziegen mit Vorliebe das aufkommende Strauchwerk.

Damit ist der Natur gedient, aber auch dem Tourismus: Wanderer schätzen die Rhön als das „Land der offenen Fernen“. Unter anderem am Wachtküppel bei Gersfeld und an den Hängen der Wasserkuppe bekommen Viehhalter vom Landkreis pro Tag und Ziege eine kleine Pauschale, wenn sie ihre Tiere gezielt auf bestimmte Flächen schicken. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass durch die Aktion auch seltene Haustierrassen wie die Thüringer Waldziege erhalten bleiben.


(NG, Heft 12 / 2010)


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