Bild: iStockphoto.com / 2008 James Steidl Vergrößern
Schneeflocken nicht maßstabsgerecht.
Dass zwei Schneeflocken nie genau gleich sind, weiß jeder. Weniger bekannt ist, dass die Form einer Schneeflocke davon abhängt, bei welcher Temperatur sie sich bildet. Steht das Quecksilber zwischen einem und drei Grad unter null, entstehen platten- und baumförmige Kristalle. Ab ungefähr minus fünf Grad werden es Nadeln und Röhrchen. Ist es kälter als minus zehn Grad, bilden sich wieder Bäumchen und Plättchen. Wenn in dem Bereich, in dem zunächst Röhrchen entstehen, die Temperatur unvermittelt steigt oder fällt, mutieren die Kristalle zu Röhrchen mit Kappen. Kenneth Libbrecht, ein Physiker am California Institute of Technology, versucht das Rätsel zu lösen, wie sich die Temperatur auf die Kristallform auswirkt. Er untersuchte Tausende von Schneeflocken sowohl in der freien Natur - die hier im Bild fotografierte er in Ontario, Michigan und Alaska - als auch im Labor, wo er sie unter kontrollierten Bedingungen züchtet. Nach Libbrechts Ansicht könnte die Kenntnis, wie es zu Veränderungen der Schneeflockenform kommt, sogar Anhaltspunkte zur Beantwortung umfassenderer Fragen liefern, etwa zur globalen Erwärmung. "In der Natur ist immer ein instabiles System auf das nächste aufgebaut", sagt er. "Man muss wissen, an welcher Schwelle das Ganze kippt. Dann kann man untersuchen, ob es auch beim globalen Klima solche Schwellen gibt, an denen plötzliche Veränderungen einsetzen könnten."
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