Rentier ahoi!

Rentiere

Bild: Shutterstock Vergrößern

Teile ihres Weges in die Tundra legen manche Rentiere heutzutage mit der Fähre zurück.

Die nordischen Hirsche auf dem Foto wünschten sich wohl, fliegen zu können wie ihr berühmter Verwandter mit der roten Nase. Da ihnen diese Fähigkeit fehlt, trottet die Herde in einer Herbstnacht am Wasser entlang – in Richtung einer Fähre. Dann werden die Tiere sechs Stunden lang hin- und hergeschaukelt, ehe sie wieder festen Boden unter den Hufen haben und ihre Wanderung fortsetzen können.

Der Grund für diese Aktion ist, dass Tourismus und Industrie in Norwegen immer weiter nach Norden vordringen und die üblichen Wanderwege der Tiere blockieren. Das zwingt die halbnomadischen Hirten vom Volk der Samen, nach neuen Lösungen zu suchen. Diese Gruppe zählt 50000 Menschen, aber nur noch rund 3000 von ihnen leben vom Verkauf des Rentierfleisches. Seit Jahrhunderten treiben sie die Herden im Winter von den Grasebenen an der Küste in die flechtenreiche Tundra. Doch immer häufiger sind sie gezwungen, Ölbohranlagen, Ferienhäuser, Militärgebiete, Windparks und Stromleitungstrassen zu umgehen und neue Weidegründe zu suchen.

Um die Tiere dorthin zu transportieren, setzen sie seit kurzem auch Schiffe und Lastwagen ein. Doch der Verlust der alten Weiden und der Verzicht auf den traditionellen Tierzug könnte, so wird befürchtet, die Verbundenheit der Samen mit ihren Tieren schwinden lassen - bis sie nur noch als Mythos weiterlebt.

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